Wassermacher - Quelle des Lebens

Wassermacher - Quelle des Lebens

Wartung, Ausrüstung, Technik
Der Wassermacher ist für uns eines der wichtigsten Teile an Bord.

Brauchen wir einen Wassermacher?

Die Frage konnten wir für uns sehr schnell mit «Ja» beantworten. Die Allures 45.9 hat «nur» einen 420 Liter fassenden Wassertank. Wir gehören beide nicht zu den Wasserspar-Puristen und der Tank ist bei uns in spätestens drei Tagen leer. Wenn wir uns etwas anstrengen hält er auch mal eine Woche, das ist dann aber auch die Ausnahme.

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Bei unserem Start in Nordeuropa hatten wir immer Wasser von den Häfen. Frankreich, Holland, Deutschland und Dänemark, kein Problem. Auch in Spaniens Norden war Wasser fassen kein Thema. Als wir in die spanischen Rias gekommen sind und tagelang am Anker hingen hat sich die Situation schlagartig geändert und der Wassermacher lief jeden zweiten Tag.

Spätestens seit wir den Atlantik überquert haben und in der Karibik angekommen sind läuft der Wassermacher fast jeden Tag für ein paar Stunden. Wir haben ihn und wir nutzen ihn. Der Tank soll immer schön voll sein.

Auswahl und Kauf

An der Boot 2019 sind wir nochmals die zur Auswahl stehenden Modelle anschauen gegangen. Vorgängig hatten wir uns über die verschiedenen Hersteller auf dem Markt im Internet informiert und so unsere Auswahl eingeschränkt. Der von der Werft angebotene Wassermacher hatten wir schnell verworfen. Das Preis-Leistungsverhältnis hat für uns zu diesem Zeitpunkt nicht gestimmt.

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Schnell wurde uns klar, dass es ein Schenker Smart 60 Digital werden soll. Und so haben wir ihn gleich noch an der Boot Düsseldorf bei Tom Logisch bestellt, inkl. Einbau.

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Warum Schenker?

Wir haben uns für den Schenker entschieden, weil unsere südlichen Nachbarn, die Italiener, schon viele Jahre Erfahrung haben im Bau von Wassermachern haben und sie deshalb sehr robust sein sollen. Der Smart 60 hat eine Energierückgewinnung, so braucht die 60 Liter Version, für welche wir uns entschieden haben gerade Mal 20 Ampere. Das produzieren unsere Solarzellen locker. Und der Digital hat etwas was eigentlich nicht in unser Konzept «keep it simple» passt aber für uns von unschätzbarem Wert ist. Dank der digitalen Steuerung brauchen wir nur auf einen Knopf zu drücken und der Wassermacher startet. Alles läuft automatisch. Ebenfalls können wir ihn mit einem Timer starten. Also läuft es beispielsweise vier Stunden und schaltet dann aus. Sehr praktisch, wenn wir nicht an Bord sind.

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Er läuft dann die eingestellte Zeit und geht aus, so dass der Tank voll ist, wenn wir zurück sind. Ausserdem kann er sich automatisch alle paar Tage spülen. So muss man ihn nicht konservieren, wenn man das Schiff mal für eine längere Zeit verlässt. Leise soll er ebenfalls sein, das können wir bei uns bis jetzt nicht bestätigen. Er dröhnt ganz schön durch den Aluminium Rumpf.

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Unterhalt und Wartung

Da der Wassermacher nachträglich eingebaut wurde ist der Unterhalt nicht so einfach. Die Pumpen haben auf dem von der Werft in den Rumpf geschweissten Sockel prima Platz gefunden. Für den Rest musste ein Fach unter dem Bett in der Achterkoje weichen. Alles ist sehr eng verbaut und der Filterwechsel macht jedes Mal keine Freude. Und der Filter will, je nach Wasserqualität, alle 100 Stunden gewechselt werden. Hier auf Bonaire, wo das Wasser so sauber und rein ist, lassen wir ihn auch mal 130 Stunden drin.

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Der Vorfilter neben den Pumpen ist auch schwer zugänglich und sollte je nach Partikeln im Wasser einmal pro Woche gereinigt werden. In Spanien war das auch noch so, seit wir in der Karibik sind, ist auch das nicht mehr so oft nötig. Sauberes Wasser hilft sehr die Menge an Unterhalt zu reduzieren.

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Testen und Trinkwasser

Um die Wasserqualität zu testen nutzen wir unseren Geschmackssinn und den zusätzlichen Hahn in der Küche. So lassen wir die ersten fünf Minuten nach dem Start das Wasser ins Spülbecken fliessen und machen ab und zu einen kurzen Test bevor wir umstellen und das Wasser in den Tank läuft. Trinkwasser nehmen wir auch vom Wassermacher und füllen das aber in 7 dl Glas- und 1.5 Liter PET-Flaschen.

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Die PET-Flaschen werden dann periodisch durch neue ersetzt. Wir hoffen irgendwann noch 1.5 Liter Glasflaschen kaufen zu können um komplett auf Glas umstellen zu können. Zur Not lässt sich das Wasser aus dem Tank auch trinken hat aber einen leichten Beigeschmack den wir in den Flaschen nicht haben. Und das beste am Ganzen: Lästiges schleppen von Unmengen an Trinkwasser entfällt.

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Fazit

Wir würden nie ohne einen Wassermacher auf Langfahrt gehen. Es gibt viele die das können, wir gehören definitiv nicht dazu. Ausserdem haben wir eine eigene Waschmaschine an Bord, weil ich auf viele Waschmittel allergisch reagiere, und wir aus diesem Grund lieber selber waschen. Das braucht ebenfalls viel Wasser, welches wir so einfach selber erzeugen können. Aus heutiger Sicht haben wir für uns genau den richtigen Wassermacher gekauft. Nun ja, fast! Wir merken, dass wir, wie anfangs erwähnt, eben nicht zu den Wassersparern gehören. Aus der Erfahrung der letzten knapp zwei Jahre würden wir heute die 100 Liter Version kaufen. Aus Sicht der Qualität und Zuverlässigkeit können wir den Schenker Wassermacher uneingeschränkt empfehlen.