Zurück auf Los!
Zurück in Fidschi
Eben noch in der Big City von Auckland, tauchen wir wieder in unseren Bordalltag ein und dazu gehört die unendliche Geschichte vom Aussenbordmotor. Wir haben schon im Logbuch «Kurswechsel und Hochbetrieb – Schiffsleben eben» davon berichtet und während unserem Visa Run nach Neuseeland war der Aussenbordmotor erneut beim Mechaniker. Da wir am Freitag spät abends zurückgekommen sind, hatten wir vereinbart, dass wir den Motor am Samstag abholen kommen, denn wir brauchen ihn unbedingt. Extra deswegen musste der Werkstattchef herkommen. Und hier stehen wir nun und Allan prüft, ob alles erledigt und in Ordnung ist. Mein Kapitän ist noch nicht mit allem zufrieden und fragt nach Werkzeug, damit er selber Hand anlegen kann. Doch das will der Werkstattchef nicht und repariert die Bremse unter Anleitung von Allan. So, jetzt ist hoffentlich alles wieder gut und der Motor wird zurück zum Dinghi Dock geschleppt und ist nach einem Test wieder Einsatzbereit. Hoffentlich ist dieses Kapitel nun endlich abgeschlossen!

Wir liegen mit meerla wieder vor Anker vor Denarau, da noch einige Arbeiten anstehen, insbesondere müssen wir das Problem mit dem Generator irgendwie lösen. Der russt stark unter Belastung. Allan hat dazu verschiedene Quellen angefragt, was zu tun ist und in Neuseeland haben wir versucht Ersatzteile zu bekommen. Leider war alles etwas erfolglos. Allan stellt als erste Massnahme das Ventilspiel neu ein. Das bringt zwar eine Verbesserung, aber gut ist es nach wie vor nicht. So kontaktieren wir die Firma Baobab, die sich das alles mal anschauen soll. Das Ganze zieht sich wie üblich hin und wir nutzen die Wartezeit, um einen Ausflug nach Lautoka zu unternehmen.

Von Denarau aus fahren wir mit dem Westbus nach Nadi – was wir schon gut kennen und oft gemacht haben. Doch hier steigen wir dieses Mal in den Bus nach Lautoka. Ein ordentliches Bum-Bum begrüsst uns. Laute Musik mit einem Bass, der eine Herzschrittmacher-Funktion zu haben scheint und im Takt leuchtende Led-Streifen zieren diesen Bus. Das wird wohl nicht langweilig... Nach knapp einer Stunde Fahrt erreichen wir den Busbahnhof von Lautoka und machen uns auf, diese Hafenstadt zu erkunden. Wir schlendern durch Geschäfte, die hier sehr Indo-Fidschianisch sind und werden von Einheimischen darauf aufmerksam gemacht, dass wir auf unsere Wertsachen achtgeben sollen. Das erste Mal in Fidschi! Lautoka gefällt uns nicht, es ist eine heruntergekommene Hafenstadt die nicht die Lebendigkeit und Freundlichkeit von Savusavu ausstrahlt. Da ist ja Nadi noch besser, obwohl wir da auch schon diesen Geist von Savusavu vermisst haben. Aber hej, es wäre ja auch komisch, wenn es überall gleich wäre. Gerade diese Unterschiedlichkeit macht es doch aus.

Schon auf der Fahrt hierher, wie auch in der Stadt selber, begegnen wir immer wieder einem stillgelegten Schmalspurnetz, das sich der Küste entlang schlängelt. Diese Schienen haben eine Spurweite von etwa 60cm und sind insgesamt 229km lang. Der Betrieb dieser Eisenbahn begann 1914 und diente als Personen- wie auch Güterzug. Insbesondere das Zuckerrohr wurde damit zu den Mühlen transportiert. Seit 2009 ist dieser Strecke hier stillgelegt, da die Lastwagen den Zuckerrohr Transport übernommen haben.

Unsere Fahrt geht wieder mit dem Bus zurück nach Nadi. Dieses Mal mit einem fensterlosen Bus, so dass wir sehr gut gelüftet in Nadi ankommen, wo wir in den Westbus nach Denarau umsteigen.

Vuda Marina
Mitte Juni ist eine Schlechtwetterfront vorhergesagt, die starken, drehenden Wind bringen soll und wir daher vor Denarau nicht geschützt liegen können. Wir entscheiden uns – wie offenbar viele andere auch – in eine Marina zu gehen. Da Denarau für uns keinen Platz hat, fragen wir in der Vuda Marina an. Die geben uns grünes Licht und so geht es Anker auf und die fünf Meilen Richtung Norden zur Vuda. Da erhalten wir einen der letzten Plätze im inneren Hafenbecken und stehen gleich neben einem Pilot Boot. Wir sind froh, liegen wir hier für diese Tage wunderbar geschützt, aber wir stellen auch fest, dass es nicht unsere Wunsch-Marina ist. Das Ein- und Aussteigen ist je nach Wasserstand sehr mühsam oder gar unmöglich und wir müssen Einmal das Dinghi nehmen, um an Land zu kommen. Es gibt hier keine luxuriösen Schwimmstege – was ja in Ordnung ist - nur ist die Ausstiegsplattform nicht jederzeit von meerla aus erreichbar...


Uff, warum ist dieser Käse gefroren? Unsere zusätzliche Kühlbox, in der unsere Langzeitvorräte lagern, wie Kiloweise leckerer Käse, Schokolade und Milchprodukte, reguliert die Temperatur nicht mehr selber. Sie läuft zwar, zeigt aber 28°C an, obwohl gefühlt drin alles tiefgefroren ist. Da scheint der Temperaturfühler defekt zu sein... Wir fragen eine lokale Firma an, ob sie dies reparieren können. Ganz Fidschianisch ist die Antwort ja. Sollen wir uns jetzt darüber freuen oder ist das ein weitere ja, weil sie nur diese eine Antwort kennen?
Auf jeden Fall sind sie sowieso gerade in der Vuda an einem Boot etwas am Reparieren und so kommen sie nach dem Mittag bei uns vorbei. Immerhin das funktioniert, was schon sehr erstaunlich ist. Auch sie können nicht mehr feststellen, als dass der Temperaturfühler defekt ist und sie aber keinen solchen als Ersatz haben. Na, das hilft uns nur soweit weiter, dass wir einmal mehr selber schauen müssen...
So heisst es nun alle paar Stunden den Wecker stellen, um die Kühlbox jeweils ein- oder auszuschalten. Sie ist jetzt sozusagen auf manuellem Betrieb, bis wir die Ersatzteile, die wir nun selbst bestellt haben, per Post erhalten.
Die drei Tage mit dem schlechten Wetter gehen schnell vorbei, so dass wir die Marina wieder verlassen und uns zurück nach Denarau Motoren, vorbei an der Super Yacht namens Koru, vom Amazon Gründer Jeff Bezos.


Reparaturen
Hier geht es weiter mit der Reparatur des Generators. Die Hochdruckpumpe wird ausgebaut, so dass sie im Labor neu kalibriert werden kann – wir sind ja gespannt, ob das hilft. Eine Neue ist leider nicht verfügbar.
Derweil geniessen wir den Luxus von Denarau mit Eiskaffee, ausgedehnten Spaziergängen und bequemem Einkaufen.



Nach einigen Tagen kommt die kalibrierte Hochdruckpumpe wieder zu uns an Bord und wird vom Mechaniker eingebaut. Das Ergebnis ist nun deutlich besser, wenn auch leider noch nicht abschliessend so wie es sein sollte. Doch mehr können wir aktuell nicht tun und den Generator brauchen wir ja kaum – jedenfalls viel zu wenig!
Gegen Ende Monat trifft auch das Ersatzteil der Kühlbox ein, doch das müssen wir auf der Post in der Nähe des Flughafens selber abholen. So gibt es einen kleinen Ausflug dahin, verbunden mit einem Einkauf. Zurück auf meerla ersetzen wir den Temperaturfühler selber und siehe da, es funktioniert alles wieder wie es sollte! So bequem, müssen wir nun die Kühlbox nicht mehr manuell ein und ausschalten.

Ist nun endlich alles erledigt, so dass wir, wie gewollt in den Osten von Fidschi segeln können?
Wir tätigen unseren grossen Einkauf, bis auf die Frischware, so dass wir bis im Oktober versorgt sind. Dabei startet Allan nochmals einen Versuch mit der Untersuchung seines Auges, welches schon lange eine Entzündung hat. Dieser Augenarzt scheint aber auch nicht zu wissen, was zu tun ist und schickt Allan zu einer generellen Blutuntersuchung. Und schon sind wieder ein paar Tage hier bei Denarau vergangen...

Doch heute wird gefeiert! Allan hat sich seinen Geburtstag an einem schöneren Platz in Fidschi vorgestellt, leider passt das aber nicht immer. Dafür bekommt er ein tolles Frühstück, einen leckeren Schokoladenkuchen, ein gutes Abendessen und Ralf kommt zu Besuch!



Noch passt das Wetter nicht, um in den Osten zu kommen, so bleiben wir hier noch wenige Tage und Arbeiten, Arbeiten am Schiff, wie das Ersetzen der Armaturen in der Küche, Austausch der B&G Kabel und Geräte und verarbeiten andere Ersatzteile, die wir von Neuseeland mitgebracht haben.



Es geht los...
Doch endlich, es ist so weit! Es zeigt sich ein Wetterfenster, um in die nördliche Lau-Gruppe zu kommen, wo wir hin wollen. Grosse Freude kommt auf und das gleich doppelt, denn wir haben ein Buddy Boat, Barbarella. Wir gehen Anker auf und dabei stelle ich ein Geräusch beim Backbordruder fest, das ich bisher noch nie gehört habe. Alles gut? Allan prüft unten die Ruderanlage und es scheint alles in Ordnung zu sein. Dann nichts wie los, Ralf mit der Barbarella ist schon einige Meilen vor uns und wir haben dasselbe Ziel.

Es hat kaum Wind, zumindest sagt das unsere Anzeige, doch nach etwa zwei Stunden zeigen sich ganz leichte Katzenpfoten auf dem Wasser – doch halt, es zeigt nur fünf Knoten Wind, da können wir nicht segeln! Was stimmt hier nicht? Die Wasseroberfläche sagt uns etwas anderes, als unser Windmesser. Es ist wohl wiedermal so weit, der Windmesser scheint nicht mehr korrekt zu drehen. Also heisst es am Ankerplatz in der Vitogo Bay für mich auf in den Masten! Ich hole den Windgeber herunter und Allan sieht sich das an. Ja, der dreht tatsächlich nicht mehr so, wie er sollte. Allan reinigt und schmiert ihn, so dass er wieder leichtgängig wird.

Am nächsten Morgen heisst es für mich frühzeitig ab in den Masten, bevor es Anker auf geht. Ich installiere den Windmesser wieder und wir ziehen weiter bis nach Toba Naloma. Alles innerhalb des Riffes und unter Motor, wie wir das schon vom letzten Jahr kennen. Barbarella hat sich noch ans Riff gelegt, bevor sie auch zu uns zum Ankern kommen und wir gemeinsam mit Ralf und seinem Besuch bei uns zu Abend essen.

Barbarella zieht am nächsten Morgen aus dem Riff und will mit einem Overnight Richtung Vanua Balavu. Wir wollen dies in Tagesetappen erledigen und wollen erst Mal nach Volivoli. Wie üblich schalten wir unsere Instrumente ein, bevor es los geht und da hören wir eine Funkmeldung, die sich anhört, als ob ein Navi Boot in der Nähe ist, welches Boote kontrolliert. Jedenfalls wird das Cruising Permit erwähnt und in dem Moment fällt uns ein, dass unseres vor vier Tagen abgelaufen ist und wir vergessen haben, dies zu erneuern! Oh je, was jetzt? Wir hätten so viel Zeit in Denarau gehabt und das problemlos erneuern können, doch das ging ganz einfach vergessen. Schnell schreibt Allan eine E-Mail an die zuständige Stelle und beantragt ein neues Cruising Permit. Was wohl passiert, wenn man kontrolliert wird und keines hat?
Wir gehen Anker auf und Motoren wie gehabt innerhalb vom Riff weiter der Nordküste von Viti Levu entlang. Da erreicht uns einen Funkspruch, der uns betrifft. Es ist die Navy und sie wollen uns in wenigen Minuten Boarden. Ja dann, mal sehen, was passiert...
Wir fahren weiter und bald kommt ein grosses Schlauchboot, das parallel zu uns fährt und es steigen drei Männer ohne Schuhe!!! zu uns an Bord. Das ist Premiere, normalerweise kommen die nicht in Socken, sondern mit fetten schwarzen Schuhen. Einer geht sofort zur Segellast, öffnet diese und ein anderer setzt sich im Cockpit hin, um das Administrative zu erledigen. Ich bleibe schön am Steuer und Allan kümmert sich um alle Fragen und wo sie überall hineinschauen wollen. Natürlich kommt die Frage nach dem Cruising Permit und wir zeigen unser abgelaufenes Permit. Er fragt nach dem Neuen und wir sagen nur, dass wir das per Mail beantragt haben. Er möchte noch das Mail sehen und ist nur mässig glücklich. Wir sollen so schnell es geht zu einem Port of Entry und dort ein neues holen. Tja, das ist aber nicht unsere geplante Route...
Nach einigen Minuten ist der Spuck vorbei und wir sind froh, lassen sie uns weiterziehen.


Unsere Geräusche am Backbordruder werden nicht besser, nein, sie verschlechtern sich zunehmend und der Widerstand am Ruder wird auch etwas höher. Was ist das und was hat das für Folgen?
Am Abend kommen wir in Volivoli an und hier ist für uns der Absprung, um in die Lau-Gruppe zu segeln. Doch mit diesem Ruder? Was, wenn das Ruder genau im dümmsten Moment bei einer Riffeinfahrt blockiert? Wir wissen ja nicht genau, was die Ursache ist, nur dass das nicht normal ist und das Geräusch von dem Ruderlager herkommt.
Schweren Herzens entscheiden wir uns, dass wir am nächsten Tag das Wetterfenster sausen lassen und uns darum kümmern, wie wir das Ruder-Problem lösen könnten. Wir haben noch nie ein Ruder ausgebaut, keine Ahnung wie das geht und keine Ahnung, welche Ersatzteile wir benötigen. Nur eines ist klar, um das Ruder auszubauen, müssen wir auf dem Trockenen stehen!
Zurück auf Los
Zum einen traurig und schweren Herzens, zum anderen froh, dass wir es rechtzeitig erkannten, entscheiden wir uns umzudrehen und zurück nach Denarau zu fahren. Puh, nicht lustig! Gerade kommen wir da her, lagen viel zu lange in dieser Gegend, dabei wollen wir doch noch andere Orte von Fidschi sehen und Tauchen gehen! Tja, es läuft halt nicht immer nach Plan...

Nachdem wir in der Nacht noch aufgeschreckt sind, weil unser Anker beim Winddreher nicht gehalten hat, gehen wir etwas zermürbt Anker auf und machen uns erneut unter Motor auf den Weg innerhalb des Riffes wieder zurück. Es ist langweilig, diese Strecke schon wieder zu fahren, zudem alles unter Motor, zeitweise mit Unterstützung der Genua – aber es muss nun einfach sein.



Wir fahren bis zur Vatia Wharf, wo wir eine sehr gute Nacht vor Anker verbringen und am nächsten Morgen ziehen wir es gleich bis Denarau durch – und das zieht sich gefühlt ewig hin!

Am nächsten Tag, ein Montag, können wir am späteren Nachmittag bei Hochwasser meerla auskranen und an Land stellen. Und da stehen wir schon wieder – es ist doch noch keine zwei Monate her, dass wir hier in der Werft standen und unser Unterwasser neu gemacht haben!

Steile Lernkurve
Am nächsten Morgen, frisch ausgeruht machen wir uns daran die Ruderanlage auseinander zu nehmen. Allan kommt zügig voran, um innen alles abzumontieren, und dann kommt der Moment, wo das Ruder unten herauskommen sollte. Doch da tut sich nichts, absolut nichts!



Wir fragen verschiedene Stellen an, ob sie uns einen Tipp haben, wie wir das Ruder herausbekommen. WD40 wird vielseitig genannt und so kommt alle 30 Minuten eine Ladung WD40 von oben in das Ruderlager. Methode sanfte Gewalt wird auch genannt und wir erhalten einen etwas grösseren Hammer, mit dem wir diese Technik anwenden – auch nichts. Es kommt noch ein versierter Mechaniker mit ordentlichen Oberarmen vorbei, schaut sich das an und versucht es auch mit sanfter Gewalt – nichts. Einwirken lassen scheint da die einzige Möglichkeit zu sein und so wird in regelmässigen Abständen weiterhin WD40 angewendet.

Leicht enttäuscht, dass wir heute nicht weitergekommen sind, gehen wir abends Essen, so dass wir nicht auf dem Schiff kochen müssen. Ist das doch immer eher mühsam an Land, wenn kein Wasser benutzt werden kann.

Am nächsten Morgen starten wir den nächsten Versuch mit Temperaturunterschied, sprich mit erwärmen des Stellrings, der konsequent das Ruder nicht freigeben möchte. Am Ende schaffen wir es das Ruder herauszubekommen, mit Erwärmen und sanfter Gewalt. Yes, geschafft!

Wir sehen uns die Ruderlager an und diese scheinen keine Defekte aufzuweisen. Wo ist denn aber unser Problem? Nur die Ablagerungen?
Die Ruderlager sollten unter gewarteten Umständen einfach herauszunehmen sein, was bei uns aber nicht mehr der Fall ist. Diese können nur noch mit Gewalt herauskommen und das bestimmt nicht zerstörungsfrei. Da wir keine Ersatz Ruderlager haben und diese nicht auf die Schnelle in Fidschi sein können, entscheiden wir uns die Bestehenden drin zu lassen und die Lager sauber zu reinigen. Doch wie?


Mit Essig wäre unsere Lösung, doch wie können wir die Lager einweichen, wenn wir sie nicht herausbekommen? Wir basteln uns eine Lösung, indem wir mit einem Stück Neopren, einem Stück Plastik und einer Schiffsstütze von unten die Öffnung dicht verschliessen. Nun leeren wir von oben den Essig vorsichtig ein, doch es scheint nicht dicht zu sein. Wir starten einen zweiten Versuch, positionieren unten alles besser und siehe da, es ist dicht, oder zumindest dicht genug. So füllen wir das ganze Rohr mit den Lagern drin mit Essig auf und schauen, wie das nach dem Einweichen aussehen wird.


Das soll lange wirken, daher lassen wir das am nächsten Tag noch so stehen, denn es gibt noch andere Missionen zu erfüllen. Die O-Ringe des oberen Richtrings sind beide nicht mehr gut und müssen ersetzt werden. Natürlich haben wir diese nicht an Bord, wir wussten ja nicht, dass wir ein Ruder ausbauen müssen. So mache ich mich auf den Weg, um solche O-Ringe zu finden, denn Allan hat derweil genug zu tun mit anderen Arbeiten, die sich anbieten zu erledigen, wenn wir erneut an Land stehen, wie beispielsweise die Bugstrahlruder nochmals zu reinigen oder den Kork der Badeplattform erneut herunter zu kleben.

Ich fahre mit dem Bus-Taxi nach Nadi und gehe da von Shop zu Shop, die uns empfohlen wurden, die solche O-Ringe haben könnten. Doch alle schütteln den Kopf. Ihre sind entweder zu klein oder zu dick. Die letzte Hoffnung besteht in Lautoka. Jetzt bin ich froh, waren wir vor wenigen Wochen da und ich weiss, wie das funktioniert. Also steige ich in den Bus nach Lautoka und werde erneut von einem kräftigen Bass bis zur Endstation begleitet.
In Lautoka weiss ich zwei Geschäfte, die in Frage kommen, das erste schüttelt wieder den Kopf und nun stehe ich im letzten Shop – meine letzte Hoffnung. Der Indo-Fidschianer schaut schon kritisch auf die beiden O-Ringe und mir ahnt schon, was bald kommt. Der Mann verschwindet für eine Weile und taucht dann mit einigen Schachteln auf. Siehe da, er findet für beide O-Ringe die korrekte Grösse! Ich hätte gerne je vier Stück. Er hat aber von der einen Grösse nur noch drei. Na auch gut, wir brauchen ja nur je einen, also nimm ich je drei Stück mit und hoffe, dass Allan mit den neuen Happy ist.
Ich bin jedenfalls happy, dass ich am Ende doch noch Erfolg hatte und kehre zum Busbahnhof zurück, wo ich mit einem modernen, ruhigen Bus bis Nadi zurückfahren kann und da wieder von einem Bus-Taxi mitgenommen werden, so dass ich schneller bei meerla und Allan zurück bin.

Am nächsten Tag, bereits schon Freitag, entfernen wir unsere Stütze und lassen den Essig ablaufen. Die Lager waren nun über 36 Stunden eingeweicht und wir reinigen sie mit viel Wasser, etwas Spülmittel und einer alten Zahnbürste. Nach gründlicher Reinigung sind wir zufrieden, können im Moment nicht mehr tun, lassen alles trocknen, bevor wir später das Ruder wieder einbauen. Zum Glück verläuft das relativ problemlos, so dass wir am Freitagabend wieder eine meerla haben, wie sie sein muss. Alles zusammengesetzt und keine komischen Geräusche oder Widerstände mehr am Ruder!

Zum Glück arbeitet Avi und sein Team auch am Samstagvormittag, so dass er meerla ins Wasser lassen kann. Yes, sie schwimmt wieder! Wir sind sehr glücklich konnten wir das in fünf Tagen erledigen und es scheint wieder alles gut zu sein. Zumindest kommt auch kein Wasser ins Boot. Hoffen wir mal, dass das so bleibt, bis wir die Möglichkeit haben diese Lager zu ersetzen.
Wir bleiben noch am Arbeitssteg und reinigen meerla, bevor wir uns vor der Marina wieder vor Anker legen.


Zweiter Start
In der Zwischenzeit haben wir natürlich auch unser Cruising Permit erhalten, so dass wir nun einen Zweiten Start wagen können, um in die Lau-Gruppe zu kommen. Doch dafür benötigen wir natürlich ein passendes Wetterfenster, das aktuell nicht existiert. Und diese Wetterfenster gibt es dieses Jahr nicht so oft.
Wir Arbeiten, kaufen wieder ein, so dass wir für den Absprung bereit sind. Eine Woche später kommen zwei leichtwind Tage, die wir nutzen, um wieder um Viti Levu herum zu kommen. So Motoren wir den ersten Tag bis zur Vatia Wharf, schlafen da erneut wunderbar ruhig und ziehen am nächsten Tag nach Volivoli. Die Strecke fahren wir inzwischen zum fünften Mal und sie ist nicht spannender geworden und beschert uns unsere 1000ste Motorstunde mit meerla in sieben Jahren.



Wir wussten, dass das Wetter nicht anhält, um von da weiter zu kommen, so dass wir hier wieder auf ein Wetterfenster warten müssen. Leider hat es sehr viel Wind und wir sind ein bisschen auf meerla gefangen, denn es pustet mit 30kn Wind, da lassen wir das Boot nicht gerne alleine. Es sind keine angenehmen Tage, denn wie an vielen Orten in Fidschi, brennt es leider auch hier und wir liegen immer wieder im Rauch und schwarze Ascheflocken fallen auf uns nieder.


So wird gearbeitet und es zeichnet sich ab, dass wir übermorgen weiterziehen können. Doch zuerst feiern wir noch den 1. August, wechseln alle Flaggen aus, die vom Wind zerfetzt sind und geniessen ein leckeres Schiffs-Raclette.




Wir sind einfach nur froh, sind wir wieder hier, wenn auch knapp drei Wochen später, dafür gehen wir davon aus, dass mit meerla alles in Ordnung ist und wir hoffentlich den Rest der Saison in Fidschi geniessen können. Doch für unser Wunschziel – Vanua Balavu – scheinen wir noch nicht bereit zu sein...
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