Fiji Time – die Zyklon-Saison 25-26

Fiji Time – die Zyklon-Saison 25-26

2026, Blauwasserleben, Liegeplätze, Menschen, Landausflüge, Fidschi
Die zweite Hälfte der Zyklon-Saison beginnt ruhig aber immer noch sehr nass. Ein erster Zyklon entsteht un ...

In den Startlöchern

Auch das neue Jahr lässt das Wetter nicht trockener werden. Es ist und bleibt noch 4 Monate lang Regen- und Zyklon-Saison. Natürlich wünschen wir uns auch für dieses Jahr, dass wir vor extremem Wetter, insbesondere Sturm, verschont bleiben.

Zur Begrüssung vom neuen Jahr gibt es von den Seglern eine Stegparty, mit allen, die aktuell auf ihren Schiffen Leben. Da kommen Europa, Amerika, Ozeanien und Asien zusammen und erzählen ihre interessanten Geschichten und Erfahrungen.

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Wir haben uns entschieden bei Sea Mercy Fiji mitzumachen und besuchen dazu anfangs Januar das Seminar, das von Jonathan organisiert wird. Sea Mercy ist eine gemeinnützige Stiftung, die bei Bedarf die Langfahrtsegler organisieren, damit diese in abgelegene Gebiete gehen, um den Einheimischen Hilfe zu bieten. Insbesondere nach einem Zyklon-Durchzug sind viele abgelegene Inseln auf fremde Hilfe angewiesen, um an Trinkwasser zu kommen, wichtige Güter zu erhalten und Hände die helfen ihr Dorf wieder aufzubauen.

Das Seminar ist sehr eindrücklich und uns wird erklärt, was unsere Aufgabe sein kann, würde es zu einem Einsatz kommen. Da werden von allen Teilnehmern ihre Fähigkeiten erfragt und notiert, so wie das wichtigste über das Boot, wie Ladekapazität, Wassermacherkapazität etc., damit diese dann auch am richtigen Ort eingesetzt werden können. Natürlich bedingt das alles, dass man selbst und das Boot auch bereit dafür ist. Sowohl physisch wie auch psychisch. Und das weiss man vor einem Zyklon-Durchzug ja noch nicht, wie es danach um einem selbst steht.

Auf jeden Fall finden wir das eine ganz gute Sache und würden der einheimischen Bevölkerung gerne etwas zurückgeben, wenn es denn soweit kommt. Auf der anderen Seite hoffen wir natürlich sehr, dass wir nicht zum Einsatz kommen, weil dann auch keine Hilfe nötig ist, keiner in Mitleidenschaft gezogen wurde und kein Zyklon Zerstörung angerichtet hat. Wir sind gespannt... Wer mehr darüber erfahren möchte kann dies hier auf der Webseite tun: https://seamercyfiji.org/

Wir nutzen das ruhige in der Marina liegen, um meerla gründlich zu checken und eine Tiefenreinigung vorzunehmen. Das tut sowohl uns gut, damit wir zu etwas Gymnastik kommen, wie auch meerla. Denn wir finden unter dem Boden ein paar To-do Punkte, wie das neu ankleben von Wasserführungen, damit das potentielle Wasser in der Bilge nicht am falschen Ort liegen bleibt. Wobei wir hier gerne wieder mal erwähnen, dass wir es sehr schätzen, dass unsere Bilgen staub trocken sind.

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Ausflüge

Heute ist es ausgesprochen gutes Wetter, was wir für eine kleine Wanderung zum Lookout von Savusavu nutzen. Herrlich, wieder mal etwas den Berg hochlaufen, das tut unseren Beinen so gut. Die Strasse steht vom Regen am Vortag noch etwas unter Wasser, aber davon lassen wir uns nicht abhalten. Oben angekommen, werden wir mit einem herrlichen Blick in die Marina und Richtung Koro belohnt.

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Für den bevorstehenden Geburtstag möchten wir uns etwas mit guten Lebensmitteln updaten, wofür wir gerne nach Labasa fahren würden. Wir versuchen ein Auto zu mieten, doch uns werden Mietpreise angeboten, wo wir nur «nein danke» sagen müssen.

So geht es am nächsten Tag mit Einkaufsliste und vielen Taschen bewaffnet zu Fuss in Richtung Dorf, wo wir uns ein Taxi suchen möchten, das uns nach Labasa und zurück fährt. Mal schauen, ob das machbar ist. Schon auf dem Weg zum Taxistand treffen wir ein Taxi an und fragen ihn, ob er dies macht. Er sagt nein, er sei schon mit Kundschaft besetzt, aber er rufe seinen Kollegen an, der holt uns hier ab. Ja, was das denn kostet, wenn wir 2 Stunden hinfahren ca. 2 Stunden einkaufen und 2 Stunden wieder zurückfahren? 150 FD (etwas mehr als 50 CHF) – das geht in Ordnung, wir sagen zu und warten...

Der Taxifahrer kommt tatsächlich und fährt als erstes zu den heissen Quellen im Dorf. Da legt er für jemanden das Essen in das kochende Wasser. Weiter geht es zu einem Restaurant, das nicht in unsere Fahrrichtung ist, da tauscht er sich mit jemandem aus. Wir nehmen an, es geht um das Essen, das er in die heissen Quellen gelegt hat. Er bestätigt uns das und dass er von seiner Farm dieses Restaurant mit Wurzeln beliefert. Etwas «Fiji Time», bis wir loskommen in Richtung unseres Ziels.

Bei der Hinfahrt Richtung Labasa hält Josaia – wie unser Taxifahrer heisst – an einem Stand am Strassenrand und kauft sich eine Wasserflasche. Aussteigen tut er nicht, das erfolgt, wie immer bei den Einheimischen, alles durchs Autofenster. An einem nächsten Stand, bei dem nur ein Kind da ist, kauft er sich Bananen. Davon isst er alle 30 Minuten eine, und bald sind diese weg.

Das Taxi ist nicht in bestem Zustand, es ist ein Toyota Prius. Weil das Taxi Signal auf dem Dach klappert, holt Josaia ein Stück Pappe aus dem Kofferraum und klemmt es irgendwo darunter – erfolgreich. Jedenfalls kommen wir entspannt in Labasa an und machen uns auf die Shoppingtour.
Wir finden nicht alles wie erhofft – was ja in Fidschi normal ist, aber wir haben wieder gut aufgestockt.

Auf dem Rückweg erklärt uns Josaia, dass er ein Problem mit den Batterien am Auto habe und er etwas machen muss. Kein Problem, wir haben Zeit – Fiji Time. So fährt er einen Hügel hoch parkt das Auto auf einer abfallenden Strasse, von wo aus wir schöne Aussicht haben. Er bastelt etwas an den Batterien und sagt, dass wir nun 10 Minuten warten müssen.

Josaia erzählt uns weiter aus seinem Leben, dass er sehr gerne Farmer ist, das Geld aber für die Familie nicht reicht und er deshalb auch noch Taxi fährt. Natürlich lädt er uns ein, dass wir jederzeit bei ihm vorbeikommen können, er würde uns von seinen Wurzeln geben.

Unterwegs, kurz bevor es die Berge wieder in Richtung Savusavu herunter geht, hält Josaia an und sagt, wir sollen unbedingt das Wasser trinken, das da aus der Quelle kommt. Er erklärt uns begeistert, dass da tolles Trinkwasser einfach so aus dem Berg kommt und dass das kühl ist! Für ihn ist das eine Sensation, für uns ist das nichts Ungewöhnliches und das Wasser ist recht warm. Wenn wir an das Trinkwasser in den Schweizer Bergen denken... Aber wir können seine Begeisterung nachvollziehen und das Wasser schmeckt wirklich sehr lecker. Wir füllen unsere Trinkwasserflasche damit auf.

Bald schon sind wir zurück in Savusavu, laden alles aufs Dinghi und sagen Josaia vinaka und moce (Danke und auf Wiedersehen). Das war definitiv viel unterhaltsamer, als mit einem Mietwagen selber zu fahren – und noch wesentlich günstiger!

Neues

Heute startet ein neues Lebensjahr bei mir. Ich freue mich besonders, dass Erwin und Bea den Weg zu uns finden und mit uns den Geburtstagskuchen geniessen. Es gibt Basler Läckerli als Geschenk!
Wir essen am Abend ein Fondue Chinoise, wobei es recht ungemütlich ist, weil es ordentlich regnet und wir im Cockpit ziemlich feucht werden. Es schmeckt trotzdem...

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Nach 14 Jahren gibt es in Fidschi ab diesem Jahr neue Banknoten. Da in Fidschi bar bezahlen an einigen Orten das Einzige ist, was funktioniert, bekommen wir diesen Wechsel gut mit und sind erstaunt, wie schnell hier in Savusavu kaum noch alte Noten im Umlauf sind. Uns gefällt das neue Design und das Beste daran ist, es ist das erste Mal in einem Land, dass das Geld nicht stinkt!

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Seit einer Ewigkeit wollen wir im Salon die Sitzpolster mit Überzügen versehen, so dass diese bei Bedarf auf einfache Weise gewaschen werden können. Den Stoff und alles weitere Material haben wir seit Jahren an Bord, nur habe ich mich nie daran gewagt, diese Überzüge zu nähen, im Wissen, dass es nicht nur einfach ist, besonders auf dem Schiff, wo für so etwas nicht viel Platz zur Verfügung steht. Bruni, eine Bekannte von Bea, ist zu Besuch, kann gut nähen und braucht etwas Arbeit. Da müssen wir nicht zweimal nachdenken. Bruni kommt an Bord, schaut sich alles an, damit sie eine Vorstellung bekommt, wie es aussieht und wir bringen sie und die erste Ladung Polster rüber an Land. Nach zwei Wochen und mehrfach die Polster austauschen, ist das Werk vollbracht.
Wir freuen uns über den schönen Anblick und dass dies nun endlich erledigt ist! Danke Bruni.

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Das Zittern geht weiter

Ich werde Krank, und zwar so richtig mit einer Grippe. Ich tauge einige Tage für nichts mehr, schaffe es kaum in der Marina bis zu den Sanitären Anlagen und liege nur herum. Bei über 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit macht Fieber haben auch nicht mehr Spass. Wir machen nicht viel und es geht nur extrem zäh wieder Bergaufwärts. Es dauert ganze 3 Wochen, bis ich wieder fit bin. So kommen wir mit unseren Arbeiten auch nicht voran, wie wir uns das wünschen, die Energie dazu ist weg.

Und kaum bin ich wieder halbwegs auf den Beinen, wird der erste offizielle Zyklon der Saison 25/26 angekündigt. Er bekommt den Namen «Urmil», hat in Vanuatu die Kategorie 2 erreicht und wird voraussichtlich Kat. 3 erreichen. Die aktuell berechnete Zugbahn zeigt, dass er zu unserem Glück an Fidschi vorbeizieht. Trotzdem behalten wir das Wettergeschehen genau im Auge. Doch wie erwartet, hat es bei uns nicht mehr Auswirkungen, als dass es noch mehr regnet als gewöhnlich und der Wind in der Marina lediglich leicht auffrischt, aber 20kn (ca. 37km/h) nie übersteigt. Wir können uns also entspannt wieder anderen Dingen zuwenden.

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Wobei das mit dem entspannt nicht ganz so ernst gemeint ist, denn wir erhalten dank Tim, dem Sohn von Erwin, unsere Ersatzteillieferung aus der Schweiz – danke Tim und Erwin, dass ihr uns das ermöglicht habt!

Weiter erhalten wir aus den USA einige Ersatzteile von einem anderen Segler, der hier in der Marina liegt. Jetzt also los, weiter geht es mit den Wartungsarbeiten.

Wir haben unter anderem das neue Antennenkabel erhalten, mit dem wir testen möchten, ob wir endlich unser AIS Problem lösen können. Also gehe ich den Masten hoch und schliesse das für einen Test an unsere Antenne an. Dabei sehe ich, dass unsere beiden Vorsegel im Top oben defekt sind und beide eine Reparatur bedürfen. Ein weiterer Punkt für die To-do-Liste, denn wir brauchen einen windarmen Tag oder zumindest Wind eher von vorne, um die Segel herunter zu nehmen. Übrigens, den Test mit dem Antennekabel mussten wir erfolglos abbrechen... Das AIS-Problem geht in die nöchste Runde!

So widmen wir uns erst mal dem Ersetzen des Innenlebens unserer Klemmen beim Niedergang, denn dafür müssen die Decken im Bad und im Salo herunter. Die im Bad geht ja einfach, aber die im Salon ist immer etwas aufwändiger. So ist es für kurze Zeit ziemlich ungemütlich, aber nach zwei Arbeitstagen ist alles ersetzt und wieder an seinem Ort.

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Für unseren Kühlschrank haben wir neue Dichtungen in Australien bestellt und in die Marina senden lassen. Nach einiger Zeit erhalten wir auf dem Tracker des Paketes die Meldung, dass wir das Paket in Savusavu auf der Post abholen können, es wurde nicht in die Marina geliefert. Auch kein Problem. Wir gehen rüber an Land und spazieren durch den Ort, denn die Post liegt am anderen Ende. Auf der Post angekommen, fragen wir nach unserem Paket und sie fragen nach der Zollfreigabe. Öh, nein, haben wir nicht, wir fragen was wir tun müssen? Aha, wir müssen zum Zoll. Tja, der ist aber da, wo unser Dinghi ist, also auf der anderen Seite vom Dorf. Na gut, da geht es zu Fuss zurück – ist ja nicht so weit. Beim Zoll angekommen sagen wir, was wir brauchen und da kommt die Antwort, die zuständige Person sei in einem Meeting, wir sollen in einer halben Stunde wieder kommen. Kein Problem, Fiji Time! So vertreiben wir uns die Zeit mit einem Eiscafé, was uns ja gar nicht schwer fällt...

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Als die Zeit etwa um ist, gehen wir wieder zum Zoll. Die Dame erscheint nach einiger Zeit, nimmt unsere Papiere, die sie benötigt mit und verschwindet im Office. 15 Minuten später kommt sie wieder und hat die nötigen Papiere bereit. Ob sie uns denn zum Postoffice mitnehmen soll? Und wo denn unser Dinghi steht, ob sie uns helfen kann, das Paket auf das Boot zu bringen. Öh, wir sind gerade etwas überfordert mit den Fragen und ihrem Englisch, da es ja nur ein kleines, leichtes Paket ist, das wir erwarten und wir gerne etwas zu Fuss unterwegs sind – gerade nach den Kalorien von der Wartezeit. So bedanken wir uns bei ihr und sagen, dass wir keine Hilfe benötigen. Wir spazieren also wieder durch den Ort zur Post, während die Dame mit ihrem Auto fährt. Unglaublich, dass sie dafür zur Post gehen muss, um das zu bestätigen, obwohl wir ja nun die richtigen Papiere haben. Eine spezielle Bürokratie, aber egal, sie funktioniert für uns, denn auf der Post müssen wir noch 5 FJD Handling Gebühr zahlen und schon haben wir die neuen Gummidichtungen vom Kühlschrank in den Händen, es hat nur 2 Stunden gedauert , Fiji Time...

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Wir wechseln die Dichtungen am Kühlschrank und erledigen weitere kleinere Arbeiten wie neue «Auflage-Zapfen» im Cockpit – vielen Dank an Jörg dafür – ersetzen defekte Steckdosen und einiges mehr...

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Spass

Jetzt gönnen wir uns mal einen schönen Sonntag mit absolut Nichts tun – also keine Arbeiten. Denn inzwischen ist es bald Ende März und das Wetter hat sich merklich gebessert. Es regnet deutlich weniger, was das Schiffsleben wieder enorm einfacher macht.
Und da die Wiese endlich mal trocken ist, spielen wir den ganzen Nachmittag Kubb. Es wird ein hart umkämpftes Spiel in der heissen Sonne, bis ich am Ende als Siegerin hervor gehe und den König mit dem letzten Wurfholz zu Boden bringe.

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Doch genug dieses Spasses, es hat wenig Wind und wir nehmen die Vorsegel herunter, um sie zu nähen. Denn ein Segelmacher gibt es hier nicht, wir müssen uns selbst helfen. Doch das gestaltet sich als alles andere als ein Spass, denn wir kämpfen uns durch sagenhafte 14 Lagen! X-Lagen Segel, Gurtband und Sonnenschutz laufen da im Top des Segels zusammen, das kann unsere Nähmaschine unmöglich bewältigen. Also gibt es nur eine Lösung, wir müssen von Hand nähen. Zum Glück haben wir alles Reparaturmaterial an Bord, nur nicht genügend Nadeln, wie sich mit der Zeit herausstellt. Obwohl wir mit einer dicken Nadel und der Zange vorlochen, brechen uns unzählige Nadeln einfach ab. Es ist sehr harte Arbeit und unsere Hände schmerzen. Wir prüfen die Segel, ob es noch weiteres zu Nähen gibt und finden noch einige Nähte zum Nachnähen. Diese zum Glück nicht mit so vielen Lagen, was sich beim Durchstechen direkt wie eine Wohltat anfühlt. Nach 2 intensiven Näh-Tagen sehen die Segel so aus, dass sie für die Saison fit sind. Am morgen früh, noch bei Windstille, setzen wir die Vorsegel wieder.

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Happy, dass dies getan ist, gönnen wir uns eine Schokoladenwaffel im Grace Road Kitchen.

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Jeden Abend, wenn wir im Dunkeln zu den Duschen unterwegs sind, zaubern die Frösche, die davon hüpfen, uns ein lächeln ins Gesicht. Hüpf, hüpf... Der Fiji-Bodenfrosch (Cornufer vitianus) ist auf Fidschi endemisch und ein eher grosser Frosch. Das besondere an diesen Fröschen ist, dass die Jungfrösche direkt aus den Eiern schlüpfen, ohne dass sie das Kaulquappenstadium durchlaufen.

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Gas geben

Die Zyklon-Saison dauert nicht mehr sehr lange und wir wollen in den Startlöchern sein, sobald wir sehen, dass es das Wetter zulässt. Es heisst also Gas geben mit den letzten Vorbereitungen und dazu gehört auch das Auffüllen der Gas-Flasche. Dazu fahren wir mit dem Taxi zu Fiji-Gas. Wir müssen noch etwas warten, da zuerst noch ein Gas-Auto betankt wird und damit wir nicht in der Bruthitze draussen warten müssen, fordern sie uns auf, ins Büro zu gehen. Wir betreten das Büro und stellen fest, dass da ausser uns niemand ist. Da liegt und steht alles herum, theoretisch für uns frei zugänglich – auch Bargeld. Was für ein Vertrauen... An der Wand hängt eine Dartscheibe und wir können uns bildlich wunderbar vorstellen, wie sie sich die Zeit damit totschlagen, wenn keine Kundschaft kommt. Erneut ein sehr interessanter Einblick in diese Welt und es dauert Fiji Time, bis unsere Gasflasche gefüllt ist...

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An Fiji-Time haben wir uns inzwischen etwas gewöhnt und benutzen den Spruch selber immer öfter. «Fiji Time» ist eine Lebensart und die Kunst langsam zu machen und sich zu entspannen. Es ist Leben im Hier und Jetzt und die Dinge einfach mal Dinge sein zu lassen, auskommen mit den Mitteln, die man hat, das zu machen, was nötig ist, um ein angenehmes Leben ohne Hunger zu haben, aber auch nicht wirklich mehr. In Mitteleuropa wäre Fiji Time undenkbar, zu sehr sind alle getrieben und im Stress – ein Effizienz- und Konsum-Leben. Sind deswegen die Fidschianer so unglaublich freundlich und hilfsbereit?

Es ist anfangs April und wir beobachten das Wetter sehr genau, denn ein Tropisches Tief hat sich gebildet, das auf uns zusteuern könnte. Noch ist es zu früh, um genaueres zu wissen und wir lüften unseren Kopf und wandern erneut zum Lookout von Savusavu. Heute ist es etwas bewölkter, aber nicht weniger feucht, so dass der Schweiss literweise heruntertropft. So freuen wir uns umso mehr über die unzähligen schönen Blumen am Wegesrand, so dass wir immer wieder innehalten können. Vom Aussichtspunkt aus, können wir gut unsere beiden Schiffe beobachten – meerla in der Marina und meerli am Dinghi dock. Heute haben wir aber am Aussichtspunkt noch nicht genug und wandern weiter zum Hügel mit dem Antennenmasten. Leider gibt es da nicht mehr Aussicht und der Weg endet, so geht es wieder zurück nach Hause.

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Es ist Ostern und wir freuen uns, den Osterbrunch geniessen zu können. Denn es zeigt sich, dass der Zyklon «Vaianu», der sich inzwischen deutlich als Wirbel geformt hat, die Zyklon-Allee nehmen wird und wir somit verschont bleiben. Als Zyklon-Allee wird der Bereich zwischen Vanuatu und Fidschi bezeichnet in Richtung Südosten – ein Weg, den die Zyklone durchaus öfter nehmen. Zu unserem Glück, denn wir in Savusavu werden davon kaum betroffen sein, im Gegensatz zur Westseite von Fidschi. Diese werden die Ausläufer abbekommen. Bei uns wird es wohl ausser Regen und etwas mehr Wind keine Auswirkungen haben – zum Glück!

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Wenige Tage später hat dieser Wirbel keinen Einfluss mehr auf Fidschi und die Schulen öffnen wieder, die Überschwemmungen sind zurückgegangen, das Leben geht weiter und wir sind froh, ist kein Sea Mercy Einsatz notwendig.

Ein weiterer Zyklon ist aktuell bis Ende der Saison nicht in Sicht, was uns veranlasst die letzten Vorbereitungen für unseren Start in die Segelsaison vorzunehmen und dazu gehört auch ein Grosseinkauf, so dass wir längere Zeit in abgelegenen Gebieten unterwegs sein können.

So langsam nehmen wir Abschied von Savusavu, gehen noch ein letztes Mal dahin und dorthin, auch zum Indischen Restaurant. Doch heute nicht alleine. Wir haben entdeckt, dass ein Katamaran mit deutscher Flagge angekommen ist und wir haben mal hallo gesagt. Nach keinen 5 Minuten Smalltalk kommt die Frage, ob wir an Bord kommen wollen, wir sagen aber nein, wir möchten zum Inder essen gehen und gleich noch die Fähre erwischen. Sofort ist da jemand sehr begeistert und sagt, sie kommen mit, wir sollen kurz warten. Schön, dass wir Begleitung haben! Es wird ein unterhaltsamer Abend mit lieber Gesellschaft.

Wir sind die nächsten Tage noch öfters auf der Calisto bei Erika und Jürgen, denn wir saugen die nette Gesellschaft nach so langer Zeit «alleine» im Hafen richtig auf.

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Tschüss Savusavu

Doch jetzt wird die Vorfreude sehr gross, denn es zeigt sich final, dass kein Zyklon mehr zu erwarten ist und das Wetter gut ist, um in den Osten zu kommen, wo wir hinmöchten.

So kommt es, dass es unsere letzte Runde durch den Ort wird, wo wir nochmals frische Ware einkaufen und den lieben Menschen auf dem Markt, an den Kassen und bei Grace Road Kitschen tschüss sagen. Sie haben uns ein halbes Jahr begleitet und kannten uns bald schon und wussten genau, was wir wollen. Der Abschied fällt uns ausgesprochen schwer, irgendwie ist uns dieser Ort ans Herz gewachsen. Und die Freundlichkeit der Menschen wird nochmals unterstrichen, also wir der netten Lady hinter dem Tresen sagen, dass wir gehen und sie spontan hervorkommt und uns zum Abschied umarmt. Soll ich mich jetzt freuen oder weinen? Puh, mit leicht feuchten Augen fahren wir zurück zu meerla.

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Wir verabschieden uns von der Marina und natürlich noch von der Calisto-Crew – hoffentlich sehen wir sie bald wieder irgendwo in der Lau-Gruppe!

So geht es am Sonntag voller Vorfreude aus der Marina heraus, in der wir so viele Monate langen und zwischendurch kleine Achterbahnfahrten der Gefühle durchlebt haben.

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Was haben wir uns im Oktober und November den Kopf zerbrochen, ob es die richtige Entscheidung ist, in Fidschi zu bleiben und das Risiko eines Zyklon Durchzuges einzugehen. Jetzt, knapp 6 Monate später wissen wir es. Wir hätten nicht zittern müssen und die Entscheidung war zu 100% korrekt. Für uns persönlich war es genau die richtige Entscheidung, auch dass wir die Nawi Island Marina gewählt haben!

Mit diesen Gedanken schlafen wir abends am Anker in der Nähe des Cousteau Resorts ein, denn nur bis da sind wir mal herausgefahren, wollen wir doch morgen unser Unterwasser reinigen, bevor es weiter in die Viani Bay geht.

Alles geht rasend schnell – ein sehr nahes Geräusch von schlagenden Segeln dringt im Schlaf zu uns, und bevor das Gehirn eine Zuordnung machen kann, ob das vom benachbarten Katamaran ist, gibt es schon einen abartig lauten Knall! So schnell waren wir noch nie aus dem Bett und nach draussen gerannt. Da steckt ein anderes Segelschiff unter Segeln in unserer Bordwand!!!

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