try next door

try next door

2026, Landausflüge, Neuseeland
Wir tun es schon wieder – wir reisen nach Neuseeland. Ein Visa run verbinden wir mit dem Kauf von wichtige ...

Visa run

Seit einem Jahr geniessen wir die freundliche, zufriedene und wunderschöne Fidschi-Welt. Doch unsere Visa neigen sich dem Ende und nach einem Jahr kann keine Visum-Verlängerung mehr beantragt werden. Das Einzige, was wir tun können, ist ausreisen. Entweder mit dem Flugzeug oder mit meerla. Da meerla zwei Jahre in Fidschi bleiben darf, entscheiden wir uns für den bequemen und gleichzeitig nützlichen Weg – dem Flugzeug und für Neuseeland. Ja, warum schon wieder Neuseeland, da waren wir doch schon insgesamt über ein Jahr! Es gäbe ja noch nahe gelegene Länder, wo wir noch nicht waren. Der Entscheid fiel praktischer Natur, denn wir wollen nur kurz ausreisen, bald wieder zurück sein und benötigen gleichzeitig einige Ersatzteile. Das spricht alles für Auckland, denn da kennen wir uns aus und wissen genau, was es wo gibt oder auch was es eben in Neuseeland nicht gibt. Das erspart und viel Zeit, da wir genau im Voraus planen können, wie unsere drei Tage in Neuseeland aussehen werden. Es wird also eine Einkaufsreise und keine Urlaubsreise.

In den frühen Morgenstunden werden wir von Adam – ein befreundeter Segler – mit dem Dinghi abgeholt, denn meerla liegt für diese Tage in Port Denarau Marina an einer Mooring und wir benötigen ein «Taxi», um an Land zu kommen. Unser Dinghi soll schön zu Hause bleiben. Alles klappt, Ratu, unser Taxifahrer, steht auch wie bestellt bereit und fährt uns zum Flughafen in Nadi. Wir geben unser Gepäck auf und gelangen zur Passkontrolle. Da finden sie unsere aktuellen Visa nicht im System und der Beamte ist damit nicht zufrieden und lässt uns nicht gehen. Wir erklären ihm, dass wir mit unserem Segelschiff hier sind und welches Visum wir haben. Er möchte dies sehen. Natürlich haben wir das nur digital auf dem Handy und er ist noch nicht davon überzeugt. Nach langem hin und her, einigen Anrufen in Suva und 20 Minuten später, ist er dann überzeugt, dass bei uns alles legal ist und lässt uns ausreisen. Yes, erste Hürde gemeistert. Wir hoffen einfach, das mit dem Visa run klappt und wir werden in drei Tagen wieder nach Fidschi einreisen können... meerla wartet schliesslich auf uns...

Wir passieren die Sicherheitskontrolle problemlos und bald schon sitzen wir im Flieger der Fiji-Airways. Der Start folgt, es presst uns in die Sitze und der Vogel steigt in den Himmel. Gleichzeitig wird es arschkalt im Flieger. Wir schlottern nur so, obwohl wir netterweise eine Decke erhalten. Nach sagenhaften zweieinhalb Stunden landen wir in Auckland – für diese Strecke sind wir letztes Jahr sieben Tage und Nächte gesegelt!!!

nz-try-next-door-abflug-nadi

Shopping-Tour

Uns weht eine kühle Brise entgegen, Jeans, Pullover und geschlossene Schuhe sind angesagt. Nach einem Jahr in kurzen Hosen, T-Shirt und Flip-Flops ist das ein sehr ungewohntes Gefühl.

Wir übernehmen am Flughafen unser vorreservierter Mietwagen, der insgesamt günstiger ist, als wenn wir nur schon mit dem Taxi vom Flughafen in die Stadt fahren würden. Und das Auto lohnt sich, haben wir doch ein enorm dichtes Programm an Shops, die wir anfahren wollen.

nz-try-next-door-mietauto

Zuerst geht es in einen Supermarkt, um etwas Lebensmittel und vor allem Wasser einzukaufen. Schon beim Betreten des Ladens erfahren wir den uns inzwischen bekannten wow-Effekt, wenn man nach langer Zeit mal wieder in einen gut sortierten Lebensmittelladen kommt, der ein riesiges Angebot an Frischware präsentiert. Da kommt einem doch glatt mal wieder in den Sinn, dass es ja noch mehr gibt als Ananas, Papaya, Bananen und Limetten...

Neuseeland hat uns wieder. Alles ist irgendwie sehr vertraut, es fühlt sich ein wenig an, wie nach Hause kommen!

Unsere Tour startet bei einem Tauchshop, wo wir im Voraus schon neue Bleitaschen bestellt hatten, die holen wir ab und kaufen noch Geräteflossen für mich, denn bei meinen aktuellen sind die Fersenbänder gebrochen.

Weiter geht die Shopping-Tour zu Kleiderläden, Fotozubehör, Apotheke, Elektrogeschäft, bis wir im Stadtzentrum ankommen und unsere Unterkunft beziehen. Zum Abendessen geht es zum Franzosen «Le Grand-Manger», wo wir sehr leckere Galettes essen. Und nicht nur das, wir geniessen das Ambiente in diesem Restaurant. Es ist richtig hübsch gemacht und mit Liebe eingerichtet, so wie wir das meistens aus unserer Heimat kennen. Ganz anders als in Fidschi, wo meist keine wirkliche Atmosphäre oder schöne Stimmung vom Raum verbreitet wird. Das kommt wohl aus unterschiedlichen Gründen, wie dass sie das nicht kennen, keinen Besitz haben oder schlicht die Mittel dazu fehlen. Wie auch immer, wir geniessen den Abend sehr! 

nz-try-next-door-gelette

nz-try-next-door-abendstimmung

Bald schon sinken wir müde ins Bett. Auch morgen steht ein dichtes Programm bevor.

Am Mittwoch, unser zweiter Tag in Neuseeland fahren wir auf die Nordseite von Auckland und klappern alle unsere geplanten Stationen ab und noch ein paar mehr. Das geht von speziellen Lebensmittelgeschäften, wo wir europäische Lebensmittel suchen, über Baumärkte und Yachtshops bis zu Shopping-Malls und am Abend zu Fenton, einem Kollegen eines Freundes, dessen Freund... wo wir unser Paket mit dem bestellten Voltmeter und Lötkolben abholen. Der Tag ist ziemlich erfolgreich – natürlich ist für Allan das Highlight, dass er nun wieder über genügend Ovomaltine und Toblerone für die nächsten Monate verfügt! Obwohl die wichtigeren Dinge eher die meerla Ersatzteile sind, wie diese für den Fischer Panda Generator oder aber die neue Regenjacke oder ein Sonnenhut. Das weitere Zubehör für die Unterwasserkamera und Akkus für die Tauchlampen sind noch so Nebenschauplätze, die uns aber zu interessanten Orten führen. Zumindest dieser eine Typ, der in einem Wohnquartier in seiner Garage Akkupakete bastelt ist sehr speziell und ein kleines Erlebnis für sich.

nz-try-next-door-hafen-allan

Nach vielem Autofahren kommen wir erst spät in die Unterkunft und planen noch etwas den nächsten Tag, bevor wir müde ins Bett sinken.

Am Donnerstag geht die Fahrt zeitig los zum Käseladen, den wir schon kennen. Google sagt, dass es diesen nicht mehr gibt, aber wir versuchen es trotzdem. Wir möchten unbedingt leckeren Käse nach Fidschi mitnehmen. Und siehe da, es gibt den Laden noch, nur hat sowohl der Besitzer, wie auch der Namen gewechselt. Aber der nette Verkäufer ist derselbe geblieben. Wir erklären ihm unser Anliegen wegen der Einreise nach Fidschi und dass der Käse vakuumiert und deklariert sein muss und ein Etikett braucht, mit Inhaltsangaben und Herkunft. Er kümmert sich um alles und wir verlassen den Laden mit viel Vorfreude auf viele leckere Frühstücke auf meerla. Das Gourmet-Schiff und die Schleckmäuler als Crew ohne leckere Lebensmittel – das geht ja gar nicht!

Darum geht es weiter in einem kleinen Shop in der Stadt, der allerlei bekannte Spezialitäten von Europa verkauft. Auch hier kommen wir nicht ohne eine Torino Schokolade, einem Marzipanbaumstamm und einem kleinen Kägi Fret aus dem Shop.

Doch fertig mit diesen Schlemmereien, wir bringen alles in die Unterkunft und in den Kühlschrank, was da rein muss und machen uns auf in das Hafenviertel. Da gibt es unzählige Bootszubehörläden, wo wir hoffentlich weitere Ersatzteile finden. Unsere Einkaufsliste wird immer kürzer, doch den Marine Grade Silicon fehlt noch immer. Der ist für uns nicht unwichtig, da wir damit unseren Schwertkasten abdichten. Der Bootshändler hat das gewünschte Produkt nicht im Shop und sagt uns, wir sollen es weiter vorne bei den Marine Shops versuchen. Da wollen wir sowieso wegen den Yamaha Ersatzteilen hin und fragen uns da weiter durch. Doch auch die haben diese Silikontube nicht und sagen nur «try next door». Also weiter geht es mit Tür zu, Tür auf, und was ist hier die Antwort? Nein, aber «try next door»... Ok, nächste Tür, dieselbe Antwort, nächste Tür, dasselbe und so weiter. Nachdem wir mindestens sieben Mal «try next door» gehört haben, müssen wir beim letzten sagen, nein, es gibt keine nächste Türe mehr in unserer Richtung.

Das muss nun erst mal warten, denn wir haben mit dem B&G Spezialisten einen Termin nach dem Mittag und da gehen wir nun hin. Das ist gleich ums Eck. Wir benötigen 3 Kabel für unsere Navigationsinstrumente, die er für uns bestellt hat. Wir fragen ihn noch, ob er eine Idee zu unserem über sechsjährigen Problem mit dem AIS Empfang hat, doch auch er ist ratlos. So verlassen wir ihn mit den Kabeln und einem neuen Splitter, in der Hoffnung, dass unser AIS-Problem endlich ein Ende nimmt...

Auf dem Weg zum nächsten Bootshändler halten wir noch bei einem Polsterer, um Klett zu kaufen. Und jetzt kommt der letzte Laden, wo wir es nochmals mit dem Silikon versuchen. Der hat zwar nicht genau den, den wir suchen, doch ein ähnliches Produkt, das immer noch besser ist, als nichts an Bord zu haben. Unsere Listen sind schon stark geschrumpft, bleiben uns ja auch nicht mehr so viele Stunden in Neuseeland. Wir versuchen ein paar letzte Dinge aufzutreiben und müssen bei wenigem eingestehen, dass wir es hier nicht rechtzeitig oder gar nicht erhalten.

So sind wir am Nachmittag fertig mit unserer Tagesrunde, bringen das Auto zur Unterkunft und begeben uns zu Fuss ins Stadtzentrum rund um die Queen Street. Auch da sind wir in Computer-Shops noch auf der Suche nach speziellen Teilen, bis wir an der Wharf das Mövenpick erreichen. Es ist zwar kalt und regnerisch, doch ein leckeres Mövenpick Glace in Form von Frappé muss einfach sein!

nz-try-next-door-moevenpick

Auf dem Rückweg zur Unterkunft begleitet und Nieselregen und wir versuchen es noch in einigen Likör Läden, ob wir nicht doch noch eine kleine Flasche Cognac finden. Nach dem dritten Laden hat einer diese super kleinen Flaschen. Das reicht, wir nehmen zwei davon, denn für die wenigen Tropfen, die wir zum Kochen benötigen, ist das wieder ein langer Vorrat für uns.

nz-try-next-door-hafen-nelly

In der Unterkunft beginnen wir all unsere gekauften Sachen so auszupacken und zu verpacken, dass wir sie in den Flieger mitnehmen können und sie hoffentlich bei der Einreise keine Probleme machen! Das Packen macht Hunger und weil es vor zwei Tagen so gut war, gehen wir nochmals zum Franzosen «Le Grand-Manger», um eine weitere leckere Galette zu essen. Oh, schon ein Genuss, so ein richtig leckeres Essen in einem richtig nett eingerichteten Lokal. Einmal mehr werden uns die unterschiedlichen «Welten» zwischen Fidschi und Neuseeland bewusst...
Zufrieden, dass unsere Shopping Tour ziemlich erfolgreich war und wir zeitlich alles hinbekommen haben, geht es in die letzte Nacht in Neuseeland.

nz-try-next-door-unterkunft

back home

Am Freitagmorgen verlassen wir bald die Unterkunft, ist doch ein in Richtung Flughaben liegender Shop noch auf der Liste und Ikea - falls noch Zeit bleibt. Die gewünschte Batterie finden wir leider auch hier nicht, dafür in einem Baumarkt noch zwei Dinge, die es uns ersparen zum Ikea zu gehen. Jetzt ist alles abgehakt, bis auf die eine Batterie, den Sonnenhut für mich und die Flip-Flops – tja, dafür ist im Winter in Neuseeland wohl einfach die falsche Jahreszeit!

nz-try-next-door-morgenstimmung

So gehen wir nach einem kurzen Stopp bei einer leckeren französischen Bäckerei bereits sehr früh zum Flughafen, geben das Auto ab und warten, bis der Check-In öffnet. Wir haben ja Zeit...

Beim Check-In gehören wir zu denen, die weder einen Fidschi-Pass besitzen noch ein Flugticket zur Weiterreise haben – nicht gut, das mögen die heutigen Systeme nicht. So will uns Fiji-Air nicht in den Flieger lassen. Wir werden zu einer anderen Person und anderem Schalter verwiesen, um das genau zu klären. Weil wir ja wissen, dass die Segler, die mit ihrem eigenen Schiff kommen immer ein Problem darstellen, haben wir natürlich sowohl unsere Schiffspapiere, wie das Zollpapier von meerla für Fidschi dabei. Das reicht der Dame, die uns bedient nicht, sie muss das mit den Behörden von Fidschi in der Hauptstadt Suva abklären. Na schön – Fiji Time. Wir warten, was da passiert, im Wissen, dass von unserer Seite alles korrekt ist, dass die das nur noch begreifen müssen.

Nach mehr als einer viertel Stunde meldet uns dann die Lady, dass alles in Ordnung sei und wir unser Gepäck aufgeben können. Wir gehen zum nächsten freien Schalter und natürlich poppt auch bei dieser Lady auf, dass sie uns nicht einchecken darf, weil wir keinen Fidschi-Pass und kein weiteres Ticket haben. Ja, genau das haben wir eben lange abgeklärt. Da kommt die Supervisor Dame daher gerannt und sagt ihr, dass sie diese Meldung ignorieren soll, dass alles in Ordnung sei. Wir wissen ja inzwischen, dass das jedes Mal ein Problem ist und jedes Mal am Ende doch alles funktioniert. Wie wenn wir die einzigen wären, die so reisen...

Die erste Hürde ist also gemeistert, wir kommen durch alle Schikanen am Flughafen durch und steigen am Nachmittag in den Flieger, der uns zurück nach Fidschi bringt. Tschüss Neuseeland, es war erneut schön da zu sein, wenn auch nur sehr kurz.

Drei Stunden später landen wir in Nadi und uns kommt die vertraute feucht-warme Luft entgegen – wie schön!

Jetzt muss nur noch hier mit der Einreise alles klappen, denn genau wegen diesem Stempel im Pass sind wir überhaupt nach Neuseeland gereist! Die Dame nimmt unsere Pässe entgegen und blättert alles durch, findet die alten Fidschi Stempel und stellt uns viele Fragen. Auch hier dauert es einige Zeit, bis alles geklärt ist und wir endlich den Stempel um für die nächsten 4 Monate in Fidschi bleiben zu können, in der Hand halten. Juhu, geschafft!

nz-try-next-door-pass-stempel

Aber halt, nein, da wird nach dem Erhalt des Gepäcks dieses noch geröntgt. Was ist in diesen Gläsern? Werden wir gefragt. Bevor ich antworten kann, klebt auf der Tasche von Allan, der Kleber, dass diese von der Biosecutity geöffnet werden muss. Natürlich dann bei meiner Tasche auch... Alles klar, kein Problem, wir haben nichts Illegales dabei, nur etwas viel Ersatzteile... Wir beantworten die Frage des Officers, zeigen ihm die Nutella-Gläser und bestätigen, dass wir keinen Honig dabeihaben. Das darf in Fidschi auf keinen Fall mitgebracht werden. Da wir das ja wissen, gabs für mich auch keinen Honig-Einkauf in Neuseeland – zu schade! Der Officer fragt seine Vorgesetzte, ob Nutella in Ordnung sei, sie schaut kurz in die Tasche, wir erklären, dass wir Segler sind und schon verliert sie das Interesse an uns. Nur der Officer möchte noch eine Quittung der Ersatzteile sehen. Ich zücke die erst Beste heraus, die keinen allzu hohen Betrag aufweist und stelle erst später fest, dass es die unglücklichste war, nämlich die von den Bleitaschen fürs Tauchen. Nach nachfragen, kauft er uns aber ab, dass das Ersatzteile fürs Boot sind und teilt uns mit, dass wir noch ein Papier erhalten, dass unser Gepäck offiziell freigegeben wurde. Er meint, nicht dass wir irgendwo deswegen noch Probleme erhalten. ÖH, wo sollte das denn sein?

Auch der nächste Officer, der uns dieses Papier für die Gepäckfreigabe ausstellt, schaut unsere Quittung fraglich an, scheint aber einfach seinen Job zu machen und wir sind auch hier nach kurzer Zeit fertig und verlassen den Flughafen mit sehr grosser Erleichterung. Mit viel Geduld, etwas Überredungskünste und immer schön freundlich bleiben, ist am Ende alles gut und wir haben genau erreicht, was wir wollten. Unser Visa run hat funktioniert, wir dürfen wieder vier Monate in Fidschi bleiben und wir haben viele Ersatzteile, die uns helfen werden, meerla in gutem Zustand zu halten.

Ratu holt uns mit dem Taxi am Flughafen ab und es geht zurück zur Marina, wo uns bald schon Adam mit seinem Dinghi zu meerla hinaus bringt. Yes, wir sind wieder zu Hause!

 

Gefällt dir dieser Logbucheintrag? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende. Wir freuen uns sehr darüber!

Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite nutzerfreundlich zu gestalten, sie fortlaufend zu verbessern und die Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.