Kurswechsel und Hochbetrieb - Schiffsleben eben
Rollende Planung
Und wieder haben wir es getan! Wir haben unsere Planung auf den Kopf gestellt.
Das ursprüngliche Vorhaben, früh in der Saison nach Vanuatu zu segeln, haben wir bereits vor wenigen Wochen umgestossen. Anstelle ist der Wunsch gewachsen, diese Saison noch in Fidschi zu verbringen, denn es ist einfach zu schön hier und zu viele Orte würden wir gerne noch besuchen.
Jetzt ist natürlich unser Entscheid, den Unterwasseranstrich in Denarau zu machen etwas fraglich – warum?
Denarau liegt im Westen von Fidschi und die Orte, die wir in Fidschi noch gerne ansteuern möchten, liegen mehrheitlich im Osten, also gegen den Wind. Und von West nach Ost zu kommen ist bei den starken östlichen Winden während der Trockenzeit nicht wirklich einfach.
Aber der Entscheid für Denarau ist schon länger gefallen, als wir noch dachten, Fidschi zu verlassen und weil sehr viele Argumente der Bequemlichkeit dafür sprechen.
In Savusavu aus dem Wasser zu gehen wäre sehr naheliegend gewesen, da wir ja in Savusavu waren. Nur ist diese Werft noch sehr neu, da zweifeln wir etwas an der Erfahrung der Mitarbeiter und zudem liegt sie sehr abgelegen, da ist schlicht nichts. Also wenn wir ein Klebeband kaufen müssen, müssen wir gleich nach Savusavu fahren – wie, mit dem Taxi, dem Dinghi? Auf der Werft zu stehen finden wir nie lustig. Da wird das Leben auf dem Schiff nicht einfacher, da wir nicht einfach auf unser Klo können – es heisst immer Leiter runter, rüber zum WC. Oder Abwaschen und Händewaschen geht auch nicht einfach so, also wird kochen auch nicht komfortabler. Wir sitzen während dieser Zeit ganz gerne mal in ein Restaurant. Doch wie kommen wir da hin? Wenn wir ein Auto mieten müssen, wird es ziemlich teuer... Zudem kennen wir hier keine Arbeiter, bei denen wir annehmen können, dass sie die Arbeiten zu unserer halbwegs Zufriedenheit erledigen würden.
All das finden wir aber in Denarau, ein erfahrenes Werftteam, eine empfohlene Firma, die unser Unterwasser auffrischen kann, Yacht-Shops, Restaurants und Handwerker rund um Boote, alles nur einen Wurf von der Werft entfernt. Keine langen Strecken, kein Autofahren, kein Zeitaufwand, einfach nur gleich nebenan.
Zu all dem ist das Angebot in Savusavu teurer als in Denarau. So war am Ende die Entscheidung sehr einfach – nur eben die Lage im Westen und das danach wieder in den Osten zu kämpfen gibt uns zu denken. Wir werden sehen, ob das am Ende die richtige Entscheidung war...
Endlich Segeln
Wir sind also unterwegs in Richtung Denarau und haben die schöne Viani Bay unter Motor verlassen, wo wir eine wundervolle Zeit mit Erika und Jürgen, und Roland und dem Tauchen verbracht haben.
Nach wenigen Meilen erreicht uns der Wind, der um Taveuni herum bläst und wir können das erste Mal dieses Jahr so richtig Segeln und den Motor aus machen! Motor aus ist bei uns immer der schönste Moment, entweder Segeln wir dann oder wir sind angekommen. Beides wundervolle Momente in unserem Bootsleben.

Es ist herrliches Segeln und wir kommen zum Glück gut voran, denn wir wollen die 60sm bei Tageslicht schaffen, um nicht im Dunkeln ins Riff einzufahren und zu Ankern. Unser Ziel ist Namena Island – wovon wir schon viel Schönes gehört haben. Wir erreichen die Einfahrt rechtzeitig, wobei wir feststellen, dass diese riesig und völlig unproblematisch ist. Unter Motor fahren wir bis zur Insel, wo wir uns einen Ankerplatz suchen. Dies gestaltet sich schwierig, denn das Wasser ist tief und wir erkennen viele Korallenköpfe. Wir finden eine Sandplatz für den Anker, doch im laufe der Zeit hören wir die Ankerkette immer mal wieder kratzen. Kein Geräusch, das wir lieben, zudem kommen die Wellen um die Insel herum, so dass wir keine sehr schlafreiche Nacht verbringen.

Wir liegen hier in einem Naturschutzgebiet und die Insel beheimatet viele Tölpel. Diese dienen uns heute als Wecker, denn beim ersten Tageslicht müssen die sich wohl alle ihre Träume weiter erzählen...

So geht es bei uns früh morgens Anker auf und wir Motoren aus dem Riff heraus. Bald kommt leichter Wind auf und wir können die Segel setzen. Wir steuern auf die nächste Riffeinfahrt zu, die deutlich enger ist, doch wir treffen einen guten Zeitpunkt, so dass wir problemlos, und mit kaum Strömung, hindurch kommen. Wir segeln weiter innerhalb des Riffes und da sehen wir ein Fähre direkt auf uns zukommen. Wir beobachten die Situation eine Zeitlang und stellen fest, dass wir die ganze Zeit Kollisionskurs haben. Hmm, sehen die uns, weichen die uns aus? So langsam wird es uns mulmig und Allan greift zum Funkgerät und funkt die Fähre an. Es kommt eine nette Antwort vom Kapitän, dass er uns sehe und knapp hinter uns durchfahren wird. Gut ist das geklärt und wir können beruhigt weiter Segeln. Die Ausfahrt aus diesem Riff ist sehr einfach und wir segeln wieder in tiefem Gewässer.


Kurz vor der Einfahrt, um nach Volivoli zu kommen, starten wir den Motor und nehmen die Segel herunter – so wie immer. Doch halt, der Motor startet nicht! Aber vor uns ist das Riff – das Adrenalin steigt... Wo müssen wir hin, wenn der Motor nicht kommt, wo können wir unter Segel ins Riff? Unzählige Fragen schiessen durch den Kopf, doch jetzt müssen wir uns zuerst mal vom Riff fernhalten und wir fahren eine Halse und luven etwas an. So, jetzt ist die unmittelbare Gefahr gebannt und wir können uns um den Motor kümmern. Was ist los? Der Motor lässt uns normalerweise nie im Stich. Der Notschalter, um ihn zu starten funktioniert auch nicht! Hm, was jetzt? Ich lege den Vorwärtsgang ein, danach den Rückwärtsgang und wieder auf Neutral-Stellung. So, noch einen Versuch und siehe da, er schnurrt, wie wenn nichts gewesen wäre. Puh, was für eine Erleichterung. Bei knapp 20 Knoten Wind seglen wir ungern durch eine Riffeinfahrt. Nun können wir die Segel bergen und uns durch die Riffe kurven, bis in Volivoli der Anker fällt – da sind wir wieder, knapp 9 Monate später erreichen wir wieder die Hauptinsel von Fidschi, Viti Levu.

Eintönig mit Hingucker
Die Nacht ist angenehm ruhig, so dass wir gut schlafen und am nächsten Morgen uns gemütlich bereit machen, um um die Nordseite von Viti Levu zu fahren. Leider liegt diese Strecke oft im Windschatten, so dass selten gesegelt werden kann. Wir Motoren, haben aber genug Wind, so dass die Genua steht und uns noch einen halben Knoten zusätzlich beschleunigt. Das Wasser ist sehr flach und wir kommen gut voran. Die Landschaft kennen wir schon vom letzten Jahr, doch hatten wir sie nicht mehr so braun in Erinnerung. Vanua Levu ist sehr viel grüner als Viti Levu.



Es ist keine spannende Strecke und so sind wir froh, als wir bereits um 15 Uhr bei der Vatia Wharf vor Anker liegen.


Nach einer sehr erholsamen Nacht und gemütlichem Aufstehen geht es erneut Anker auf und unter Motor weiter. Es hat nicht mal einen Ansatz eines Windhauchs, so dass die Wasseroberfläche Spiegelglatt ist. Da, was für eine Überraschung, ich sehe einen jungen Leopardenhai! Und schon sind wir an ihm vorbeigefahren. Ich suche weiterhin die Wasseroberfläche ab, sehe aber nur viele Quallen.
Wir durchqueren das Ba Delta und sind fasziniert von der Strömung, oder viel mehr den sichtbaren Strömungskanten. Die Wasserfarben sind auch sichtbar unterschiedlich, je nach Strömungszone. Und da sehen wir einen jungen Manta an der Wasseroberfläche, der an einer Strömungskante schwimmt.

Kaum haben wir den Ba Delta Bereich verlassen, amüsieren sich fünf Delfine am Bug von meerla! Und das mitten in den Riffen. Fasziniert und voller Freude schauen wir den agilen Schwimmern lange zu. Leider verschwinden sie bald wieder und wir kurven weiter um die Untiefen. Unglaublich, was wir heute alles an Tiere gesehen haben! Zum Glück, die bringen Abwechslung in das monotone Motoren und die Strecke zieht sich zäh dahin.

Wir sind froh, als wir am Nachmittag die Saweni Bay erreichen, wo für heute der Anker fällt. So ist es morgen nur noch ein kürzeres Stück bis Port Denarau, wo wir eine Mooring reserviert haben, bevor es am Montag aus dem Wasser geht.

In den frühen Morgenstunden weckt und ein Muezzin!? Das kommt wohl von der grossen Moschee auf dem Hügel. Schön, dass in Fidschi die verschiedenen Glaubensrichtungen friedlich nebeneinander leben. Wir lassen uns Zeit, da wir nicht vor 12 Uhr an die Mooring können. Doch als wir den Anker hoch nehmen, brauchen wir sehr viel Zeit. Die Ankerkette ist so voll mit Schlamm, dass die Kette selbst gar nicht zu erkennen ist. Das bedeutet für Allan heute ein besonders intensives Fitnessprogramm mit unzähligen Eimern voll mit Salzwasser hochzuheben und damit die Kette vom Schlamm zu befreien. Es dauert über eine halbe Stunde, bis wir den Anker oben haben und Allans Rücken ist erledigt.

Jetzt kann er ausruhen, ich steuere unter Motor an der Vuda Marina vorbei und quere die Nadi Bay, bis wir in den Kanal von Port Denarau einfahren und uns da an die Mooring legen.
Yes, es ist geschafft, wir sind wieder da. Zum einen ein gutes Gefühl, dass wir uns für alles vorbereiten können, zum anderen ein sehr komisches Gefühl, ist es doch hier ultimativ touristisch – nicht das, was wir mögen.
Instabil
Während der Überfahrt hat unser Kartenplotter am Steuerstand immer mal wieder den Radar verloren und der Kartenplotter im Schiff die Karten. Beides deutet darauf hin, dass das Verbindungskabel nicht in Ordnung ist. Allan geht dem nach und erneuert die Steckverbindung zwischen den Kabeln in der Hoffnung, dass das der Übeltäter war. Wir werden es sehen, wenn wir das nächste Mal unterwegs sind...

Das Thema Ankerkette beschäftigt uns seit einigen Wochen. Denn als wir Savusavu das erste Mal im April verlassen haben, stellten wir fest, dass unsere Ankerkette schwer davon gerostet ist. Hält sie noch? Das ist hier die Frage. Wir haben 100m Kette und der vordere Bereich rostet uns davon. Also kein Problem, wir drehen sie einfach um, dann sollten wir wieder 70m gute Kette haben, da die ersten 30m kritisch sind. Wir haben die Kette in der Navi Island Marina dann ausgelegt und genau begutachtet, um sie umzudrehen. Dabei mussten wir feststellen, dass das Markieren der Kette mit Farbe – um zu wissen, wie viele Meter Kette wir jeweils ins Wasser lassen – alles andere als eine gute Idee war. Denn an diesen Stellen ist die Kette auch schwer verrostet! Puh, da muss dringend eine neue Kette her. Wir lernen nie aus – wir würden nie mehr eine Kette mit Farbe markieren!
Wir hatten in den letzten Wochen viele Möglichkeiten und Quellen überprüft, wie wir am schnellsten zu einer passenden Kette in Fidschi kommen. Verschiedene Angebote haben uns erreicht. Die einen haben nicht die richtige Kettennorm, die anderen haben nur noch 60m, wiederum andere verkaufen nur Edelstahlketten – wir haben ein Aluminium Schiff und keine Erfahrung, wie das mit den unterschiedlichen Metallen funktioniert. Wir versuchen es in Italien, in Deutschland, in Neuseeland, in Australien und natürlich in Fidschi... Nichts passt für uns in nützlicher Frist und zu brauchbaren Preisen, insbesondere sind auch die Lieferkosten hoch. Die Preise weisen eine grosse Spannweite auf, von 1500 bis zu 9000 Franken für die Kette und das ohne Lieferung, die je nach Angebot auch irgendwo zwischen 700 und 2500 liegt. Der Preis ist das eine, aber die Lieferzeit das Andere – drei Monate für die Kette und dann noch die Lieferung dazu. Puh, da haben wir Fidschi wohl schon verlassen...
Tja, was jetzt, wir sind bei diesem Thema ratlos und hoffen noch auf ein kleines Wunder. In der Viani Bay konnten wir gut schlafen, weil wir an der Mooring hingen und hier in Denarau nun auch wieder. Aber wir gehen ja bald wieder raus an den Anker! Hält die Kette meerla noch für 3-4 Monate?
So klappern wir heute alle Geschäfte und Firmen in Denarau rund um die Marina ab. Wir haben keine grosse Hoffnung, kennen wir Fidschi doch inzwischen etwas, lassen uns aber gerne positiv überraschen. Das eine Geschäft will sich bei uns melden, da es zuerst Abklärungen machen muss, das andere Geschäft hat nur die falsche Kettennorm und der nächste versteht gar nicht, dass es unterschiedliche Normen gibt. So bleibt nur noch eine einzige Möglichkeit, der Yacht-Shop in der Marina und wir fragen, was sie an Ketten haben. Im Moment nichts ist die Antwort. Ja, aber welche Ketten verkaufen sie grundsätzlich? Sie verkaufen die OMC irgendwas - ? Keine Ahnung, was das für eine ist. Woher kommt die? Von Australien. Oh, wir werden hellhörig, denn das hört sich schon vertrauenswürdiger an als China-Ware. Ob sie denn für uns eine genaue Spezifikation hätte, damit wir prüfen können, ob die Kette für uns was sein könnte, fragen wir die nette Verkäuferin. Ja, sie sendet uns eine Mail. Und ein anderer Segler hat davon 100m bestellt. Aha.
Wir gehen auf meerla zurück und sehen uns genau an, was das für eine Kette ist. Und wir sind total überrascht, es ist genau so eine Kette, wie wir sie benötigen. Unsere Norm und Dimension und eine Bruchlast, wie wir sie als Schweizer gerne haben – nämlich für eine 10mm Kette eine hohe Bruchlast. Was wollen wir mehr? Genau davon brauchen wir 100m! Wir fragen per Mail im Shop nach, was der Preis dafür ist und gehen am nächsten Tag nochmals ins Geschäft und fragen, ob wir 100m bestellen können. Es ist Sonntag und sie wissen nur, dass Kette bestellt ist und unterwegs nach Suva ist, aber nichts Genaueres. Sie sollte also bald mal erhältlich sein. Wow. Wir betonen, dass wir 100m kaufen wollen, fragen, ob wir eine Anzahlung machen können, denn wir wollen diese Kette unbedingt! Wir müssen nichts anzahlen und sie können uns nächste Woche mitteilen, wann die Kette eintreffen sollte. Jetzt hoffen wir natürlich, dass wir bald eine neue Ankerkette erhalten – das wäre ideal!
Betriebsam
Am Montag kommt kurz nach 8 Uhr der Hafenmeister zu uns und teilt uns mit, dass das Kran Team bereits auf uns wartet. Ach so, uns wurde aber mitgeteilt, dass wir nachmittags um drei Uhr auswassern. Ja, wir hatten uns schon gewundert, denn dann ist Niedrigwasser. Nein, wir müssen sofort zum Kran. Ja dann, Motor an und ablegen von der Mooring.
Wir fahren das kurze Stück durch die Marina und rückwärts an den Werftsteg. Da nimmt uns Avi, der Werftchef, freundlich in Empfang und bald hängt meerla in den Gurten und wird abgespritzt. Das Team von South Pacific Fiberglass , welches unser Unterwasser macht, beginnt noch in den Gurten mit dem herunterkratzen des Antifoulings. Denn hier darf nicht geschliffen werden, nur Nass-schleifen oder eben kratzen. Wir sehen diese Methode zum ersten Mal und sind überrascht, wie gut das geht.


Meerla wird aufgebockt und die Kratzerei geht weiter. Wir kümmern uns um das Bugstrahlruder, die Einlass-Siebe, den Propeller, die Anoden und natürlich, dass das Team arbeitet und auch die Drecksarbeit vom Schwerkasten macht. Das ist nie ein Spass und braucht immer viel Überredungskunst, dass die Arbeiter in dem schmalen Loch saubere Arbeit leisten. Allan assistiert mit Taschenlampe, denn die Arbeiter haben keine...

Ein dreier Team arbeitet an meerla, der Lockenkopf, der sich versucht von der Arbeit zu drücken, der ältere, ruhige, der einfach langsam sein Ding macht und der Junge, der am meisten Energie und gefühlte Lust, sauber zu Arbeiten mitbringt. Natürlich müssen wir die ganze Zeit dahinter sein, dabei sein und darauf hinweisen, wo wir noch bessere Arbeit erwarten. Wir machen unsere Arbeiten, viele Details und sorgen dafür, dass am Ende ein zufriedenstellendes Resultat heraus kommt. Wir streichen erneut mit Trilux 33, denn in Fidschi mussten wir feststellen, gibt es keine gangbare Möglichkeit, das Antifouling zu wechseln. Und wir haben ja dank SY Makani weisses Trilux aus Neuseeland erhalten, damit meerla auch wieder eine hübsche weisse Wasserlinie bekommt. Denn in Fidschi war weisses Trilux absolut nicht auffindbar und keine Firma konnte es importieren. Danke Martin für die Lieferung!


Während diesen Arbeiten kümmern wir uns auch noch um das Thema Ankerkette, denn da gehen wir einmal pro Tag in den Shop und fragen nach, wie nun der Stand ist. Zu Beginn heisst es, sie stecke noch im Zoll in Suva, sollte aber morgen freigegeben werden. Am nächsten und übernächsten Tag dieselbe Antwort. Am Donnerstag dann, sie ist freigegeben! Tja, das reicht wohl nicht, dass wir sie erhalten, bevor wir wieder ins Wasser gehen. Zu schön und zu einfach wäre es gewesen, diese auf dem Hartplatz einfach auszutauschen...
Und die Yamaha Aussenbordmotor Geschichte, weiss ich gar nicht, ob ich hier davon anfangen soll zu schreiben. Denn das ist eine unendliche Geschichte von unserem Aussenborder von meerli. Wir wollten einen einfachen Service und kurz zusammengefasst artet das aus in x-mal nachfragen, wann sie Zeit haben und den Motor abholen, wir stehen aktuell an Land – also ein idealer Zeitpunkt, da wir unser Dinghi nicht benötigen. Am letzten Tag auf der Werft holen sie ihn ab und beginnen mit dem Service.
In der Zwischenzeit ist das Unterwasser fertig und meerla wird am Freitag zurück ins Wasser gesetzt. Wir können noch am Werftsteg bleiben und meerla vom ganzen Staub und den unzähligen Vogel-Hinterlassenschaften befreien.




Es geht wieder an eine Mooring in der Marina, denn noch haben wir den Aussenbordmotor nicht und sind froh, müssen wir nur das kurze Stück innerhalb der Marina rudern. Zurück beim Yamaha Händler, wo wir unseren Motor abholen möchten, ist der nicht fertig, der Impeller sei defekt und sie hätten keinen Ersatz. Aber anrufen und uns fragen wäre wohl zu viel verlangt gewesen. Denn wir haben einen Ersatz an Bord. Naja, den zu holen dauert etwas länger, denn wir müssen zu meerla raus und wieder zurück rudern. Es wird spät, bis wir den Motor erhalten, aber wir bekommen ihn noch. Doch irgendwas stimmt mit dem Choke nicht. Der Mechaniker fummelt noch etwas am Choke herum, doch befriedigend ist das nicht. Aber er hat nun Wochenende und wir brauchen den Motor...
Die heutige Nachfrage nach der Ankerkette bringt uns die Meldung, dass sie heute samstags geliefert wird! Oha. Wir gehen ins Marina-Office und fragen nach einem Hafenplatz oder anderen Platz, wo wir unser Kette einfach wechseln können. Nichts ist zu machen, es gibt keine freien Plätze!
Wir warten auf die Kette und das dauert Fiji Time... Nach einiger Zeit erhalten wir die Information, dass sie nun schon in Nadi ist und vom Endlieferant noch eingeladen werden muss, er kommt in wenigen Minuten. Wir warten...
Erneut erhält Sikeli – der überaus freundliche und hilfsbereite Mitarbeiter vom Yacht-Shop – ein Telefon, es dauert noch, da der arme Lieferant die Kette selber und von Hand einladen muss! Tja, hat ihm niemand gesagt, dass diese etwa 250Kg wiegt?! Kettenglied für Kettenglied hievt er nun die Kette in sein Auto. Als er dann endlich in der Marina ankommt, lotsen wir ihn direkt nach hinten in die Werft, um die Kette da auf dem Holzsteg auszulegen, wollen wir diese doch alle 10m markieren. Nein, nicht mit Farbe, das haben wir schmerzhaft gelernt.
Wir haben beim Ausladen Hilfe von Avi und der Lieferant der Kette ist sichtlich erleichtert, als er das schwere Ding losgeworden ist und davon fahren kann.
Wir legen die Kette sauber aus und markieren sie alle 10m. Danach fahren wir mit dem Dinghi zu meerla, legen den Anker auf Deck und lassen unsere alte Ankerkette in meerli hinein. Damit fahren wir zur Werft und hieven sie Stück für Stück auf den Steg. Nun sollte die alte aber die Rampe hoch, über den Steg, bis an Land. Die Fidschianer sind immer so hilfsbereit und sehr kräftig – wo sind sie nun, wenn wir wirklich Hilfe brauchen? Da ist immer jemand zu Stelle – das lieben wir an Fidschi. Einer kommt uns helfen und irgendwann liegt die Kette auf einem Haufen an Land. Uff, der erste Teil ist geschafft.

Wir positionieren das Dinghi unter dem Holzsteg, auf dem die neue Kette liegt und Allan lässt diese von oben herab ins Dinghi. Ich bin im Dinghi und mache einen grossen Kettenhaufen, so dass wir anschliessend zu meerla zur Mooring fahren können und die neue Kette über die Ankerwinsch einziehen können.
Ah, wie schön diese Kette glänzt! Alles funktioniert soweit gut und zum Schluss kommt wieder unser Anker dran. Wir haben heute zwar weit über eine halbe Tonne herumgehievt, sind aber sehr happy, dass das Thema Ankerkette nun doch noch so schnell und fast schmerzlos erledigt werden konnte.


Doch halt, bezahlt haben wir noch nicht! Wir gehen später in den Shop, um zu bezahlen, doch sie meinen, wir sollen am Montag kommen, dann hätten sie die Rechnung und können das Geld entgegen nehmen. Ganz Fiji mässig entspannt, nur keine Eile!
25'000!
Morgen Sonntag müssen wir wieder von der Mooring weg, da sie bereits weiter vergeben ist. Wir würden aber gerne noch länger bleiben und fragen einmal mehr bei Ali im Marina-Office nach, ob es etwas zu machen gibt, ob wir noch bleiben können. Nein ist die Antwort, doch als wir später am Office vorbei gehen ruft er uns, er hätte doch etwas machen können, wir können noch einen Tag länger bleiben. Ok gut, wenigstens das, doch da wir mittags weg müssen, reicht es nicht zum Einkaufen, schade.
Wir nutzen die Zeit, um Diesel und Benzin aufzufüllen und während wir da am Steg die Kanister ins Dinghi laden, kommt Magic Ali zu uns gerannt, wir können bis Dienstag an der Mooring bleiben! Wow, wie nett, dass er sich so bemüht und für uns zaubert, dass wir bleiben können – vielen Dank!
So können wir am Montag in Ruhe unsere Einkäufe tätigen. Denn wir wollen für eine knappe Woche von Denarau weg, bevor wir meerla erneut an eine Mooring in Denarau hängen.

Am Dienstag fahren wir los, auf die Nordseite von Malolo Lailai. Bei dieser knapp drei Stündigen Überfahrt klettert unser Meilenzähler auf 25'000sm! In der Bucht angekommen liegen wir ganz friedlich vorerst alleine und testen das erste Mal unsere neue Ankerkette.

Hier liegen wir fünf Tage und holen alles Administrative nach, was während der Arbeitsintensiven Woche auf der Werft liegen geblieben ist, Arbeiten viel und vor allem wird unsere kurze Reise nach Neuseeland vorbereitet. Was müssen wir an Ersatzteilen vorbestellen? Mit wem müssen wir einen Termin abmachen, wo können wir Teile hinsenden, wo wollen wir überall hin, zu welchen Shops, was benötigen wir alles? Denn für uns geht es für drei Tage nach Neuseeland! Warum? Weil unser Fidschi Visum ausläuft und nach einem Jahr in Fidschi kann dieses nicht verlängert werden. Also heisst es ausreisen. Entweder mit dem Boot oder mit dem Flugzeug. Wir haben uns der einfachheitshalber für das Flugzeug entschieden, mit dem netten Nebeneffekt, dass wir nötige Ersatzteile besorgen können. Und natürlich auch andere Dinge, die wir brauchen, weil sie defekt sind, wie z.B. meine Tauchflossen oder Allans Regenjacke und vieles mehr.

Die Tage fliegen nur so dahin und es geht schon wieder zurück nach Port Denarau, wo wir uns an die Mooring legen, die wir zum Glück bereits vor mehreren Wochen vorreserviert haben. Wir verzichten auf die Details mit der nächsten Problemrunde mit unserem Aussenbordmotor. Nur so viel, er ist wieder beim Yamaha-Händler...
Und übrigens zum Thema, ob es die richtige Entscheidung war, nach Denarau zu gehen, um das Unterwasser zu machen, können wir nur absolut sagen, ja! Es war für uns genau richtig!

Am Dienstag in der Früh steigen wir ins Flugzeug nach Auckland, meerla muss 4 Tage ohne uns zurechtkommen...
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