Tschüss Bonaire – Hallo Curaçao

Tschüss Bonaire – Hallo Curaçao

Blauwasserleben, Liegeplätze, Segeln, Bonaire, Sint Eustatius und Saba
Nach einer sehr langen Zeit auf Bonaire entschliessen wir uns nach Curaçao weiter zu segeln.

Auf zu neuen Abenteuern

Oft haben wir den Termin verschoben und immer einen Grund gefunden an der bequemen Mooring im idyllischen Bonaire zu bleiben. Doch dann wird unser Motor nie repariert. Der Unterwasser-Anstrich nie erneuert. So entschliessen wir uns, dass es am 9. Februar weitergehen soll.

Aufgrund der Arbeit die Nelly angenommen hat und der Corona-Pandemie, haben wir uns schon früh entschlossen für ein weiteres Jahr auf den ABC Inseln zu bleiben. Auf «B» sind wir schon, also geht es logischerweise weiter nach «C».

Ein letztes Mal gehen wir alle unsere Seglerfreunde besuchen um uns von ihnen zu verabschieden. Doch irgendwie trifft man sich meistens wieder. Ein letztes Mal gehen wir ins Luciano ein Frappuccino geniessen. Und ein letzter Spaziergang an der Promenade von Kralendjik darf auch nicht fehlen. Doch HALT, wir kommen ja vermutlich zurück, sobald alles erledigt ist, und sie uns wieder rein lassen.

Clean-Up Weekend

Das Wochenende verbringen wir mit Aufräumen. Nach so langer Zeit an einem Ort ist alles irgendwo im Schiff verteilt aber nicht mehr an seinem Platz. Nähmaschine, Neoprenanzüge, Tauchermasken, Einkaufstaschen und vieles mehr müssen dahin zurück wo sie hergekommen sind damit sie beim Segeln nicht durch das Schiff sausen. Das Seeventil für die Waschmaschine muss geschlossen und die Lagerboxen im Technikraum auf einer Ebene verteilen werden. Die Arbeit geht schnell von statten und es sieht bald wieder aufgeräumt aus auf und in der meerla.

Ein Sprung ist türkis blaue Wasser hinter dem Schiff muss natürlich auch noch sein um den Schweiss der harten Arbeit runter zu spülen. So langsam wird uns bewusst, dass es bald weiter geht. Noch Wetter und Wind für den Dienstag prüfen, es sieht alles gut aus. Noch schnell eine WhatsApp an Ruud und Franciska von der Wireless, die auf Curaçao leben, dass wir jetzt definitiv rüberkommen. Mehr als einmal haben sie das von uns gehört, jetzt soll es endlich auch wirklich so sein. Ich schlafe unruhig, eine gewisse Anspannung ist wohl vorhanden.

Die liebe Bürokratie

Montagmorgen, nach einer kurzen Nacht, machen wir das Frühstück wie immer, doch wir spüren die Veränderung kommen. Nach dem Frühstück lassen wir zum letzten Mal das Dinghi ins türkis blaue Wasser von Bonaire. Kurz nach 10 Uhr geht es an Land zu Customs und Immigration. Beides ist hier in einem Gebäude und bequem in wenigen Gehminuten vom Dinghi Dock aus erreichbar. Wegen Corona darf nur eine Person rein. Nelly ist Chefin über unsere Unterlagen, also muss sie alleine rein. Nach einigen Minuten kommt sie auch schon wieder raus. Ging das wirklich so schnell und problemlos? Wir sind zu früh! Wahrheitsgemäss hat sie unsere Abfahrt mit Dienstag um 9Uhr angegeben. Morgen Früh oder aber heute frühestens um 15Uhr können wir ausklarieren, erklärt ihr die Beamtin vom Zoll. Mist, wir wollten uns doch die MwSt. von unseren Paketen zurückholen. Also nochmals rein und die Sache erklären. Und siehe da, es klappt und Nelly kommt mit einem Papier raus mit welchem wir diesen Teil erledigen können. Unsere meerla hat offiziell auf dem Papier die Insel verlassen, wir aber noch nicht.

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Einmal spülen und auffüllen bitte

Rasch geht es zurück aufs Schiff. Wir wollen am Mittag noch in die Marina um den schlimmsten Dreck von unserer meerla zu spülen und den Dieseltank wieder ganz zu füllen. Vorher flitze ich mit dem Dinghi kurz in die Marina um unseren Wunsch anzumelden. Klappt, wir sollen sofort kommen sie wollen pünktlich um 12Uhr zum Mittagessen. Also fahre ich rasch zurück, Motor an und Fender raus. Nelly ist wieder nervös wie beim ersten Hafenmanöver. Schon heisst es Leinen los und ab geht es in die Marina. Auf dem kurzen Weg bereite ich noch alle Leinen vor, so dass wir problemlos ohne Hilfe anlegen könnten. In der Marina angekommen stehen aber schon zwei Mitarbeiter bereit um die Leinen entgegen zu nehmen. In kürzester Zeit liegen wir fest vertäut an der Tankstelle. Dann öffnet ein Mitarbeiter noch den Wasserhahn für uns und die ganze Truppe verschwindet zum wohlverdienten Mittagessen.

Wir legen den Schlauch aus und starten mit dem spülen von vielen Monaten Dreck. Eine nette braune Brühe läuft da übers Deck. Alle Rollen und Schienen werden von einer dicken Schicht Dreck befreit. Es ist wie ein Wunder! Alles dreht und bewegt sich wieder. Toll was man mit Wasser so alles erreicht. Kurz vor 13Uhr sind wir fertig. Gerade noch rechtzeitig um uns einen Salat zum Mittagessen zu machen.

Wir sind gerade fertig mit Essen als die Mitarbeiter von ihrer Mittagspause zurückkommen. Alles wird unter Deck verstaut und ich starte mit tanken. 200 Liter Diesel passen am Schluss in den Tank, mehr als wir gedacht hätten. Nelly geht alles bezahlen während ich noch den Dieselschutz von Liqui Moly in den Tank schütte. Wir nutzen das um möglichst frei von Dieselpest zu bleiben. Bis jetzt hat es prima geklappt. Wir legen ab und fahren zurück an unsere Mooring.

Der letzte Ausflug

Am Nachmittag haben wir mit Ulli, unserem Freund von der Easy, abgemacht. Er hat ein Auto und fährt netterweise mit uns zu den Firmen wo wir die MwSt. zurückbekommen sollen. Doch bevor wir mit dem Dinghi losfahren möchten kommen Billi und Peter mit dem Kajak vorbei um sich von uns noch persönlich zu verabschieden. Was für eine schöne Überraschung!

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Ulli taucht mit seinem Dinghi auf. Es ist Zeit uns zu verabschieden. Aber wir kommen ja wieder. Wir fahren zum Steg von Yellow Submarine wo das Auto steht. Es ist mittlerweile kurz vor 15Uhr, so versuchen wir unser Glück zuerst beim ausklarieren. Nelly verschwindet drin, Ulli und ich warten gespannt draussen. Nach kurzer Zeit hält Nelly den Kopf raus. Es scheint zu klappen, wir müssen aber warten bis die Mitarbeiter von der Immigration hier sind. Also weiter warten. Ein paar Minuten später kommt ein Boot der Küstenwache angefahren. Ob die wegen uns kommen? Und da fährt auch noch ein Zoll Auto an. Jetzt kommt Bewegung in die Sache. Einige Minuten später ist Nelly draussen. Es hat geklappt, wir sind raus. Und niemand hat auch nur eine Frage gestellt warum wir so lange hier waren. Wir mögen Bonaire gleich noch mehr!

Schnell fahren wir zum Flughafen wo die erste Firma zu Hause sein soll um unser Geld von den Paketen zurückfordern zu können. Es ist natürlich nicht so dass es gross angeschrieben wäre und einfach zu finden ist. Doch wir fragen uns durch und finden es schlussendlich. Die Dame ist zuerst etwas verwirrt über uns Anliegen. Ein längeres Telefongespräch später ist alles geregelt und wir können unsere Bankverbindung angeben wohin sie das Geld überweisen wollen. Ob es geklappt hat wissen wir zum aktuellen Zeitpunkt nicht.

Weiter geht es zu DHL wo uns zwei Pakete zugestellt hat. Wieder Verwirrung, dann muss noch die Chefin her. Schnell ist klar, dass wir auf Pakete unter 80$ Steuerbetrag keine Steuer bezahlen mussten und darum auch nichts zurückbekommen. Alles klar! Danke für die Info und einen schönen Tag.

Wir brauchen eine Abkühlung

Nach all diesen Aktivitäten brauchen wir eine kleine Abkühlung. So fahren wir zurück zum Luciano und gönnen uns ein letztes Frappuccino. Herrlich, die Pflicht ist erledigt, jetzt folgt die Kür. Gemütlich ist es heute im Luciano nicht. Die Kühlbox ist offensichtlich ausgefallen und viel Wasser muss mit dem Staubsauger entfernt werden. Haben sie die nicht gerade vor wenigen Wochen repariert? Für unsere Frappuccino reicht es und wir haben noch ein paar Punkte mehr auf der To-Do-Liste. Also geht es weiter.

Der letzte Einkauf auf Bonaire

So fahren wir mit Ulli ein letztes Mal zu Van Den Tweel um noch ein paar letzte Einkäufe zu erledigen. Schnell haben wir alles zusammen und damit alles an Land erledigt. Auf direktem Weg geht es zurück zu den Dinghis. Auf der meerla angekommen verstauen wir den Rest und machen noch einen letzten Check für die Abfahrt.

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Abfahrt!

Nach einer kurzen Nacht stehen wir früh auf. Bald soll es los gehen. Wir wollen gerade mit dem Frühstück beginnen da kommt Ulli vorbei um sich von uns zu verabschieden. So gibt es für den Moment ein letztes gemeinsames Frühstück. Viele Monate haben wir viel gemeinsam unternommen, so fällt uns der Abschied schon schwer.

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Als wir bereit sind starten wir den Motor und fahren los Richtung Curacao. Auf der Höhe von Klein Bonaire wollen wir gerade die Genua ausrollen als ein Dinghi angefahren kommt. Es sind Martina und Daniel von der Vairea wo sich nochmals von uns verabschieden. So schön!

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Unterwegs

Wir segeln mit angenehmen 15 bis 20 Knoten achterlichem Wind. Perfekte Bedingungen um nur unsere beiden Vorsegel zu nutzen. Gemütlich kommen wir so mit 5 bis 7 Knoten Fahrt über Grund unserem Ziel, Curaçao, entgegen.

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Der Wassermacher läuft und füllt den Wassertank. Die Sonne brennt unbarmherzig so dass wir froh sind mit geschlossenem Bimini segeln zu können. Kein anderes Schiff ist in Sicht.

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Mit der Seekrankheit geht es soweit ganz gut. Ich habe mich offensichtlich gut an die Bewegung gewöhnt während es Nelly etwas unwohl wird. Kein Wunder bei den Wellen die von schräg Hinten unter der meerla durchlaufen. Wir halten den Magen mit ein paar Tuc beschäftigt. Doch irgendwann reicht auch das nicht mehr und Nelly verschwindet in der Küche und zaubert leckere Sandwiches hervor.

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Wir passieren Klein Curaçao und kommen unserem Ziel immer näher. Die Insel wird grösser und grösser. Leider scheint die auch Einfluss auf den Wind zu nehmen - zu unseren Ungunsten. Zeit die Segel anzupassen. Spibaum und Fock weg und die Genua auf die andere Seite. Etwas langsamer als zuvor segeln wir der Küste entlang.

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Ankommen

Die Einfahrt zu Spanish Water kommt in Sicht. Zeit den Motor zu starten und die Genua aufzurollen. Unter Motor fahren wir in die Bucht ein. Vom Hafenmeister haben wir die Anweisung bekommen am langen Steg in der Einfahrt festzumachen, weil er heute frei hat.

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Franciska von der Wireless, die hier wohnt, steht in der Einfahrt und winkt und zu. Wir fahren weiter dem Steg entlang wo auch schon Ruud steht und uns auch zuwinkt. Die beiden weisen uns ein und helfen uns beim Anlegen. Super Unterstützung und ein toller Empfang!

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Bei einem Kühlen Getränk auf der meerla verabreden wir uns für den nächsten Tag zum verholen des Schiffs in die Marina und dem obligatorischen Einklarieren. Juhu, wir sind auf einer neuen Insel!

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