Nur Esel auf der Strasse!

Nur Esel auf der Strasse!

Blauwasserleben, Landausflüge, Bonaire, Sint Eustatius und Saba
Wir machen einen Ausflug zur Donkey Sanctuary Bonaire

Wohin solls gehen?

Seit einigen Wochen haben wir das Glück an einem Mietauto beteiligt zu sein welches unsere lieben Schweizer Freunde Pia und Köbi von der Lupina gemietet haben. So haben wir nun den Luxus zwei Mal die Woche etwas mit dem Auto unternehmen zu können. Es handelt sich um einen Kia Picanto, ein kleines Auto wo super ist für in der Stadt. Bei der Auswahl der Ausflüge müssen wir nur darauf achten, dass mehr oder weniger asphaltierte Strassen zu dem gewünschten Ziel führen. Richtige Naturstrassen mag das Auto mit sehr wenig Bodenfreiheit nicht. So überlegen wir uns lange wo wir heute hin gehen könnten. Als wir Esel in der Stadt hören kommt die Idee: Wir gehen in das Donkey Sanctuary Bonaire!

Auf direktem Weg zum Ziel

Schnell machen wir uns bereit und packen alles ins Dinghi was wir für den Ausflug benötigen und fahren in den Hafen, wo heute unser Auto in der Nähe steht. Wir sind gespannt was uns dort erwartet, schon über sechs Monate sind wir nun auf der Insel und hatten nie Zeit für einen Besuch bei den Eseln. Ich starte die Navigation auf Google Maps damit wir auf dem schnellsten Weg dorthin finden. Nelly sagt mir dann wo ich abbiegen muss. Die Esel-Station hat wegen Mangel von Touristen infolge COVID-19 zurzeit nur von 10 – 12 Uhr offen. Wir müssen uns also beeilen damit wir noch genügend Zeit in der Station verbringen können.

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Wir sind da

Ohne Probleme finden wir den Eingang zur Donkey Sanctuary. Wir halten und gehen ins Office. Wir kaufen Tickets für 9$ pro Person und bekommen eine Einführung. Die Lady, die uns so freundlich in Empfang genommen hat, ist die über 70-jährige Besitzerin und Leiterin dieser Anlage. Sie hat sich ganz den Esel verschrieben und kennt jeden Esel in der Anlage persönlich und das bei über 700 Stück! Sie erzählt uns wie die verletzten Tiere, meist von Autounfällen, zu ihr auf die Station kommen und dann wieder aufgepäppelt werden.

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Eingeführt wurden die Esel im 17 Jahrhundert von den Spaniern die sie als Lasttiere gebraucht haben. Das ging so weiter bis sie moderneren Transportmitteln Platz machen mussten und einfach sich selbst und der Wildnis überlassen wurden.

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Sie erzählt uns auch, wie schwer es geworden ist mit dem Virus seit fast keine Touristen mehr auf die Insel kommen, alles am Laufen zu halten. Das Futter für die Esel kommt per Schiff aus Holland und das kostet viel Geld. Wir verstehen das und leisten unseren Beitrag indem wir ihr heute einen Besuch abstatten. Zum Schluss gibt es die Erklärung wie wir die Runde über die Anlage fahren müssen und dann wünscht sie uns viel Spass.

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Schlagbaum öffne dich

Nachdem sie den Schlagbaum geöffnet hat können wir losfahren. Die Strasse ist natürlich nur ein Feldweg mit grossen Steinen und vielen Löchern. Mit unserem Auto eine echte Herausforderung hier zu fahren ohne irgendwo aufzusitzen oder die kleinen Reifen an einem scharfen Stein aufzuschlitzen. Es erfordert meine volle Konzentration beim Fahren.

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Und überall sind Esel, von fast weiss bis fast schwarz ist alles dabei. Und sobald sie das Auto entdecken kommen sie auch neugierig näher und schauen ob es etwas zu futtern gibt. Wir haben uns an den Wunsch der Anlage gehalten und haben keine Möhren dabei. Die Esel wissen das natürlich nicht und stecken bei jeder Gelegenheit ihren Kopf ins Auto.

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Ein mancher läuft auch längere Strecken neben dem Auto herum vielleicht doch noch etwas zu ergattern. Nelly fotografiert während ich uns vorsichtig durch die Anlage chauffiere. Unterwegs treffen wir keine anderen Fahrzeuge an, es ist wirklich sehr ruhig hier. Wann immer die Gelegenheit günstig ist halten wir an und machen Bildern von den sanften grauen Tieren mit den grossen Ohren.

Rush hour

Am Ende unserer Runde kommen wir noch in einen echten Stau. Ausgelöst, wie wir später feststellen, von unseren dänischen Nachbarn, die sich gerade auf den Weg machen eine Runde durch die Anlage zu drehen.

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Von ihnen erfahren wir auch, dass man im Office für die Esel zugeschnittenes Futter kaufen kann um es unterwegs zu verfüttern. Hätten wir das doch nur früher gewusst. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir hier nochmals hinkommen.

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Baby’s und Pflegefälle

Wir parken am Ende der Runde unser Auto am Strassenrand und gehen zu Fuss zu den Pflegekoppeln. Eine Helferin kommt zu uns und führt uns über die Koppel. Sie zeigt uns das kranke Esel Baby das erst wenige Tage alt ist und mit seiner Mama in die Anlage gebracht wurde, weil es dem kleinen nicht gut ging.

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Sie erzählt uns viel über ihre Patienten und führt uns dann zum einzigen in der Anlage geborenen Esel - der jetzt Teenager ist - der mit der Flasche grossgezogen wurde und total anhänglich zu Menschen ist. Wie süss, auch mich scheint er zu mögen.

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So laufen wir weiter über die Anlage und kommen auch noch bei ein paar Flamingos vorbei die hier eine neue Heimat auf Lebzeit gefunden haben.

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Wir sind entzückt von der Arbeit die hier geleistet wird und meinen die ist jede Unterstützung wert. Möchtest du also die Esel von Bonaire mit einer Spende unterstützen? Dann mach das am besten auf ihrer Webseite donkeysanctuary.org oder auch via Facebook.

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