Bonaire Süd – Flamingos für Fortgeschrittene

Bonaire Süd – Flamingos für Fortgeschrittene

Blauwasserleben, Landausflüge, Bonaire, Sint Eustatius und Saba
Wir Erkunden mit Ulrich den Süden von Bonaire

Friday – Fun day!

Zu meinem Geburtstag habe ich von Ulli, von des SV Easy, einen Gutschein für zwei Personen für eine Bonaire Südtour bekommen. Und heute ist dieser Tag wo wir diesen einlösen wollen. Also fix aus dem Bett und Frühstücken. Wir freuen uns riesig so dass wir schnell fertig sind. Jetzt noch die Dinge für den Ausflug bereit machen. Kamera, Drohne, Getränke, Schuhe und was man sonst noch so braucht. Dinghi runterlassen und schon geht es los. Wir haben ausgemacht, dass wir Ulli abholen. Und wir sind sogar ziemlich pünktlich bei ihm! Noch sein Gepäck ins Dinghi und schon geht die Fahrt weiter zum Dinghi-Dock. Noch ein paar Meter laufen bis zum Auto, alles einladen, und schon kann der Ausflug beginnen.

Den ersten Halt machen wir beim chinesischen «Top Supermarket» wo Nelly schnell rein geht um Möhren für die Esel zu kaufen die hier überall auf der Insel frei herumlaufen.

Fahrt in den Süden

Wir folgen der Küstenstrasse nach Süden und bewundern links und rechts der Strasse die schönen neuen Restorts, aber auch die verfallenen Hotelanlagen.

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Wenigen Minuten später kommen die ersten Salzseen in Sicht und noch ein wenig weiter sehen wir die grossen Salzberge.

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An der Küste ist der Salt Pier wo die grossen Schiffe das Salz abholen. Beindruckt von der pinken Farbe der Salzseen  und der ganzen Anlage machen wir einen ersten halt. Das muss ich natürlich auf Bildern festhalten.

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Die Fahrt  geht weiter an der Küstenstrasse bis wir erste Flamingos sehen. Da müssen wir selbstverständlich gleich wieder anhalten und ein paar Fotos von den Tieren machen. Wir stehen eine Weile am Strassenrand und beobachten diese pinken Tiere.

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Irgendwann ist dann mal genug und die Fahrt geht weiter. Nächster halt die Sklavenhäuser von «White Slave». In was für kleinen Hütten die da leben mussten, wir können uns das heute nicht mehr richtig vorstellen. Heute sind die Hütten Touristenattraktion, Mahnmal und Mülleimer zugleich.

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Auf der Fahrt sehen wir eine Riesen Grosse Krabbe auf der Strasse. Haben wir sie überfahren? Niemand da, also fahren wir kurz zurück und schauen uns das aus der Nähe an. Wie sich herausstellt ist die schon eine ganze Weile nicht mehr am Leben. Wir fahren weiter und machen den nächsten Foto Halt bei den gelben Sklavenhäusern von «Red Slave».

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Warum sind die Häuser also gelb? Der Name bezieht sich auf die Farbe der Obelisken! Die Schiffe wo früher hier Salz holen gekommen sind fuhren also entweder zum weissen, roten oder blauen Obelisken. Je nach dem welche Qualität von Salz sie aufnehmen mussten.  

Die Surfer Bucht

Und weiter geht die Reise Richtung «Sorobon Beach». Kurz bevor wir dort ankommen biegt Ulli rechts ab auf eine unbefestigte Strasse. Die Fahrt endet bei einer kleinen Hütte am Meer.

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Ulli fragt uns was wir trinken möchten. Cool, wir bekommen die volle Luxus Rundfahrt. Zufrieden sitzen wir mit unseren Getränken im Schatten der Hütte und schauen das erste Mal auf die grosse türkisfarbene Bucht wo sich die Surfer tummeln.

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Als die Büchsen leer sind fahren wir weiter zum Aussichtpunkt «Lac Bay» wo es nur so von Menschen wimmelt. So drehen wir nur eine Runde und beschliessen auf die andere Seite der Bucht weiter zu fahren. Bei der zweiten Abzweigung überschiesst Ulli, wir müssen wenden und finden doch noch den richtigen Weg der uns an der Bucht entlang auf die andere Seite bringt. Plötzlich biegt Ulli rechts ab auf einen Feldweg. Eine Abkürzung. Ich mag diese unbefestigten Feldwege. Zurück auf der Hauptstrasse sehen wir wieder Flamingos und halten an um auch diese zu fotografieren. Und weiter geht die Fahrt über die abenteuerlichen Strassen von Bonaire.

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Vorbei am Mangroven Center geht es zum Lac Cai Beach. Es ist Freitag und die Bar hat geschlossen. Kein Problem, wir haben noch genug Getränke an Bord unseres Trucks.

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Wir laufen herum und knipsen das eine oder andere Foto und staunen nicht schlecht über die Riesen grossen Haufen von Conch Muscheln.

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Die Große Fechterschnecke (Lobatus gigas) ist früher wohl sehr oft auf dem Speiseplan vorgekommen. Wir vermuten auch heute noch. Doch eigentlich stehen sie seit 1991 unter Schutz und dürfen nicht mehr gefischt werden.

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Fahrt in den Norden

Wir trinken noch etwas und nehmen die Strasse zurück nach Kralendijk wieder unter die Räder. Wo soll es als nächstes hingehen? Ich habe Wunschkonzert und finde auf Google Maps eine Bucht ganz im Osten der Insel wo eine Strasse hinführt. Aber zuerst müssen wir durch Kralendijk durch. Ich schleuse uns auf dem direktesten Weg durch die Stadt ohne auch nur eine Neben- oder Quartierstrasse auszulassen. Auf einem dieser Wege kommen wir an einem vertrockneten Fussballplatz vorbei wo ein paar Esel rumstehen. Zeit um Esel zu füttern.

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Zu beginn sind die Tiere etwas scheu und trauen der Sache nicht so ganz. Doch die etwas älteren Tiere merken schnell, dass es leckere Möhren gibt und nehmen diese dann gerne an. Als das Interesse an unseren Möhren nachlässt, und es gibt ja noch mehr Esel auf der Insel, steigen wir wieder ins Auto und fahren weiter.

Die Fahrt geht vorbei an der öffentlichen Mülldeponie über holprige Strassen bis zu der Bucht, die ich mir ausgesucht habe. Die Überreste eines Gebäudes, sieht aus wie eine Kneipe, zeigen dass es hier mal mehr Tourismus gegeben haben muss. Der steinerne Steg ist am Zerfallen und auch sonst gibt es hier nicht mehr viel. Die Küste ist wild und die Gischt steigt hoch an der Einfahrt zur Bucht. Über der Strasse entdecken wir ein «Kunstwerk». Da hat jemand mit alten Schuhen «ich liebe Bonaire», auf Papiamentu hingeschrieben. Wie süss!

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Auf dem Weg zurück sehen wir ein Haus im Stil einer Burg gebaut mit Seifenkisten in der Einfahrt. Wohnt da noch jemand? Gut möglich, auf jeden Fall jemand mit einem sehr speziellen Geschmack.

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Und wiedermal geht es scharf links. Ulli hat einen interessanten Wegweiser entdeckt dem wir jetzt über die unbefestigte Schotterpiste folgen. Rauf und runter rattern wir durch eine öde Kaktuswüste, bis wir wieder die wilde See der Ostküste vor uns haben. Wir folgen der Strasse weiter und kommen zum «Sterke Yerke Monument». Die «Sterke Yerke» war ein Floss das in Holland gestartet ist mit dem Ziel Curacao. In Bonaire sind sie bei schlechtem Wetter gestrandet und sassen eine Weile fest. Sie konnten aber befreit werden und ihre Reise wieder fortsetzen so dass sie ihr Ziel dennoch erreicht haben.

Sternkunde der Ureinwohner

Wir fahren die Strasse zurück und kommen wieder zurück nach Kralendijk. Da wir noch Zeit haben und Ulli noch genug Energie zum fahren hat geht es weiter Richtung Norden. Nächster Halt, die Indianerhöhlen bei ONIMA. Zeit für eine Trinkpause. Wir bestaunen die uralten Felszeichnungen der Ureinwohner und geniessen die kühle Umgebung ihrer Höhlen.

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Die Landschaft ist hier sehr schroff und karg und es ist unglaublich heiss in der Sonne. Doch die Aussicht auf den Sternenhimmel muss hier nachts fantastisch sein. Wir bleiben eine Weile an diesem magischen Ort bevor wir unsere Reise fortsetzen.

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Rincon – die alte Hauptstadt

Weiter geht die Reise zurück Richtung Rincon. So aufgeheizt wäre ein Eis zum abkühlen ganz angenehm. In Rincon angekommen, begrüsst uns die ehemalige Hauptstadt der Insel, ruhig und ziemlich verlassen. Wir finden einen Supermarkt und begeben uns auf die Suche nach einem Eis. Die Auswahl ist sehr bescheiden und macht uns nicht sonderlich an, so gehen wir unverrichteter Dinge zurück zum Auto. Wir fahren durch die Stadt als wir weitere Esel entdecken. Schnell rechts ranfahren und die letzten Möhren auspacken.

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Wir füttern die Esel mit Möhren und schauen uns bei der Gelegenheit die nähere Umgebung an. Zuerst ist das Interesse an unseren Möhren recht gering, schmecken die Bierkartons doch soooo lecker. Doch auch diese Esel kommen auf den Geschmack und fressen uns aus der Hand.

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Das grosse Finale

Auf dem Weg zurück machen wir noch einmal einen kurzen Halt am Strassenrand als wir rostige Loren am Strassenrand entdecken. Für was wurden die wohl gebraucht? Haben sie es hier wirklich mit Bergbau versucht?

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Wir wissen es nicht finden das Bild aber interessant und schauen uns das aus der nähe an. Dabei machen wir Bekanntschaft mit der wehrhaften einheimischen Pflanzenwelt die ihre Stacheln gleich durch unsere Flip-Flops bohrt. Zum Glück sind die Sohlen dick genug!

Auf der Fahrt zurück in die Stadt macht sich so langsam der Hunger breit. Ich schlage vor zu einem Imbiss zu gehen etwas ausserhalb der in einem alten roten London-Doppelstock-Bus untergebracht ist. Der Vorschlag findet allgemeinen Anklang und wir sind schnell auf der anderen Seite der Stadt. Doch zuvor wollen wir uns noch im Meer abkühlen. Wir gehen an den Strand und nehmen ein kurzes, wohltuendes Bad. Jetzt aber los zum Bus, schliesslich knurrt langsam der Magen. Wir bestellen unser Essen und hören die Geschichten des Besitzers an. Die Vorschriften besagen, dass sie kein Mehrweggeschirr mehr benutzen dürfen. Auch ihre Terrasse auf dem oberen Stock des Busses darf nicht zum Essen benutzt werden. Stühle und Tische draussen aufstellen sowieso total verboten. Wir schütteln nur den Kopf über diese veralteten Gesetzte und das mangelnde Umweltbewusstsein und setzten uns an der Küste einfach auf den Boden.

Zurück in der Stadt ist die Lust nach etwas Kühlem noch nicht verschwunden. So gehen wir vom Parkplatz zum Luciano und setzten uns dort auf die Lounge und bestellen uns alle einen sündhaft leckeren Frappuccino. Wir plaudern über das erlebte und lassen den Tag gemütlich ausklinge…

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Vielen lieben Dank an Ulli für dieses wunderbare Geschenk! Ich hatte einen so schönen Tag, du hast uns perfekt über Bonaire gefahren. Es war ein Tag, der mir in unglaublich guter Erinnerung bleiben wird!