Montag - Arbeit, Arbeit und wenig Vergnügen

Montag - Arbeit, Arbeit und wenig Vergnügen

Blauwasserleben, Bonaire, Sint Eustatius und Saba
Ein typischer Montag auf der meerla in Bonaire

Jippie-Ja-Jeh – wieder Montag!

Mein Wecker schrillt pflichtbewusst um 6:30 Uhr. Aber wir sind noch nicht bereit zum Aufstehen, so wird kurzerhand auf Snooze gedrückt. So herrscht Ruhe für die nächsten 8 Minuten. Das Spiel wiederholt sich ein paar Mal bis ich den Wecker noch ganz abschalte. Um 7:30 Uhr klingelt dann auch noch Nellys Wecker und wir merken, dass wir dringend aufstehen sollten. Jetzt aber raus aus den Federn! Wir quälen uns aus dem Bett und ziehen uns an. Da kommt wieder die gute Seite des warmen Wetters zum Tragen. Viel braucht man nicht für einen Tag in unserem schwimmenden Office.

Bonaire-Montag-der-Wecker-wartet-pflichtbewust

Während ich das Frühstück vorbereite - es hat noch Zopf vom Sonntag - macht Nelly das Cockpit bereit. Alle Badetücher abnehmen und wegräumen damit wir wieder Aussicht haben und gleich auch alles Tauchmaterial wegräumen wo über Nacht draussen getrocknet hat.

Ich habe alles vorbereitet und gebe die Kissen, Geschirr, Käse, Zopf, Butter usw. an Nelly raus. Es ist bereits 8:30 Uhr bis wir mit dem Frühstück beginnen können. Wir geniessen es sehr während wir dem älteren Herrn zuschauen wie er sich auch diesen Morgen bereit macht um schnorcheln zu gehen. Als wir kurz nach 9 Uhr fertig sind hilft mir Nelly noch alles wieder runter zu räumen bevor sie sich an die Arbeit macht. Ich räume in der Küche noch fertig auf und mache den Abwasch.

Work is calling – Los geht’s

Nun ist es Zeit, dass ich auch noch meinen Arbeitsplatz auf dem Salontisch einrichten kann. Nelly hat ihr Büro fix auf dem Navigationstisch. Nachdem alles bereit ist, der Computer läuft, der zweite Monitor angeschlossen ist, mache ich mich ebenfalls ans Werk.

Nelly arbeitet bereits fleissig an ihrem grossen Geoinformatik Projekt für einen Kunden aus der Schweiz. Wir sind froh kann sie diese Arbeit machen, so dass diese ungeplante Pause in der Karibik nicht zu sehr unser Budget belastet.

Bonaire-Montag-arbeiten

Mein Plan sieht heute Morgen vor neue Bilder für Instagram vorzubereiten. Alle Fotos durchsehen und pro Tag eines raussuchen. Noch eine kurze Beschreibung in Deutsch und Englisch dazu und das Bild in das für Instagram so typische quadratische Format bringen. Gegen 10Uhr bin ich mit meinem Werk soweit fertig, dass ich für die nächsten 15 Tage wieder ein Bild pro Tag posten kann. Ihr kennt unseren Instagram Channel noch nicht? Hier könnt ihr ihn Besuchen, wir freuen uns über jeden «Like».

Nelly telefoniert in der Zwischenzeit mit ihrem Auftraggeber um die neusten Tasks und Anpassungen sowie das weitere Vorgehen zu besprechen.

Unser Druckwassertank verliert seit einigen Wochen immer etwas an Druck. Nachdem mir Nils Schürg, unser hilfsbereiter Verkäufer, erklärt hat, dass am Tank ein Fahrradventil sitzt wo der Tank wieder auf 1.5bar aufgepumpt werden kann mache ich das alle paar Wochen. Dazu muss eine Schublade in der Küche entfernt werden, was keine grosse Sache ist, aber immer vier Hände erfordert. So kommt Nelly zu ihrer ersten Pause. Der Tank ist schnell wieder auf Druck gebracht, die Schublade wieder montieren und ein Task auf unserer meerla To-Do Liste erledigt.

Bonaire-Montag-Druckwasser-aufpumpen

Wir machen uns beide wieder an die Arbeit. Mein nächster Task sieht vor unseren Mail-Import für unsere Webseite fertig zu stellen. Das mache ich damit wir euch auch in der Südsee, oder einfach, wenn wir kein Internet mehr haben, dennoch mit neuen Bildern und Berichten versorgen können. Über unser Iridium GO! können wir weltweit Mails verschicken, auch mit einem Bild im Anhang. So programmiere ich an unserer Schnittstelle und teste fleissig.

Nelly macht gerade eine Konfiguration über ein XML. Witzig das auch die neue Schnittstelle die ich implementiere über XML Funktioniert. So arbeiten wir beide an unseren Projekten und sind froh, dass wir beide noch einen Asus Zen-Screen als zweit Bildschirm haben.

Mach mal Pause – das Mittagessen

Die Zeit verrinnt wie im Flug und es ist schon nach 13Uhr. Ein kleiner Hunger macht sich bemerkbar. Für heute ist ein Wurstsalat geplant. Ein Glück, dass wir bei «Van Den Tweel», dem lokalen Supermarkt unserer Wahl, eine Wurst (Gelderse kookworst) gefunden haben die sich bestens dafür eignet. So mache ich zuerst die Salatsauce und schnipple dann Wurst, Käse, Essiggurken, Paprika (Peperoni), Zwiebel, Oliven und den Rest des grünen Salates vom Vortag. Abgerundet wird das Ganze mit ein paar italienischen Croûtons.

Bonaire-Montag-Wurstsalat

Nachdem ich alles im Cockpit vorbereitet habe, frage ich Nelly ob sie sich von ihrer Arbeit lösen kann und etwas essen möchte. Was sie auch sofort mit einem «schmatz mampf» quittiert und den Computer sperrt und die Maus zur Seite legt. Als ich frage: «klar zum Wenden?», ich meine natürlich den Salat, antwortet sie wie gewohnt mit «Jäh». Wir essen gemütlich im Cockpit und überlegen uns was wir diese Woche noch alles erledigen wollen. Es ist schon gegen 14Uhr als wir fertig sind und wieder alles wegräumen. Ich mache den Abwasch und Nelly hilft beim Abtrocknen.

Back to Work – die Hitzeschlacht

Noch ist meine Arbeit nicht ganz so wie ich sie verlassen möchte und so setzte ich mich wieder an den Computer um weiter an meinem Code zu feilen. Auch Nelly wendet sich wieder ihren Konfigurationen aus Punkten, Flächen und Linien zu.

Nach 15Uhr ist es dann 32°C im Schiff bei knapp 70% Luftfeuchtigkeit also so heiss, dass wir kaum noch arbeiten können. Ich schalte meinen Computer aus. Auch Nelly ist an einem Punkt angekommen wo sie nicht mehr arbeiten kann und macht ihren Computer ebenfalls aus.

Sport ist Mord – die Abkühlung

Wir ziehen unsere Badehosen / Bikini an, denn wir wollen schwimmen gehen. Dem Badespass hinderlich ist nur noch das Dinghi das noch immer hinten am Geräteträger hängt. Ich löse also zuerst mal alle Sicherungsleinen damit wir anschliessend gemeinsam das Dinghi ins Wasser lassen können.

Bonaire-Montag-Dinghi-einwassern

Nachdem das Dinghi umgebunden ist und frei hinter der meerla schwimmt können wir noch den Fender über der Badeleiter entfernen damit der Weg ins Wasser, und vor allem auch wieder aus dem Wasser, frei ist. Ich ziehe meine Moby Badekappe und die Schwimmbrille an, während sich Nelly mit Tauchmaske, Schnorchel und ihrer Neoprenhaube - zum Schutz der Ohren - ausrüstet.

Bonaire-Montag-Badeleiter-ready

Wir steigen über die Badeleiter ins Wasser und schwimmen mit Crawl in Richtung «Something Special» Tauchplatz welcher neben der Hafeneinfahrt liegt. Unterwegs sehen wir viele bunte Fische und auch die Muräne, die wir Lisa getauft haben, versteckt sich heute in ihrem Korallenblock. Alles ist wie immer. Wir kehren um und schwimmen Richtung Süden, Richtung Stadt. Unterwegs sehen wir einen grossen Tarpun unter uns durchschwimmen. Nach dem Steg von «Dive Friends @ Yellow Submarine» machen wir beim Floss der örtlichen Kite-Schule kehrt und schwimmen wieder Richtung meerla zurück. Auf den letzten 100m wechseln wir dann noch die Schwimmart auf Gleichschlag. Die ganze Runde dauert, mit Fische anschauen, etwa 45min und gemäss Karte sind es etwas über einem Kilometer. Abgekühlt und zufrieden, dass wir etwas Bewegung bekommen haben duschen wir und ziehen uns um.

Bonaire-Montag-schwimmen

Sweet monday – die Sünde

So viel Schwimmen macht schon ein wenig Appetit. Gut ist Montag! Unser Dinghi «meerli» schwimmt ja schon, so ziehen wir uns «Land fertig» an, nehmen unsere Flip-Flops, Geld und einen wasserdichten Sack und düsen Richtung Dinghi-Dock.

Bonaire-Montag-Dinghi-Dock

Von dort geht es zur nahe gelegenen Bäckerei, welche immer am Montagnachmittag, Berliner Pfannkuchen verkauft. Ich nehme einen mit Marmelade und Nelly einen mit Vanillecreme.

Bonaire-Montag-Berliner-holen

Wir laufen zurück zum Dinghi und fahren auf dem schnellsten Weg zurück zur meerla. Zurück auf dem Schiff werden Teller hervorgeholt und der süssen Verführung zu Leibe gerückt. Wie sind die lecker!

Bonaire-Montag-Berliner-essen

Back to work – das Finale

Abgekühlt und mit einem Zucker-Schub gestärkt gehen wir wieder zurück an unsere Arbeit. Schnell sind die Computer wieder hochgefahren und wir hauen auch schon wieder fleissig in die Tasten. Ich kann das Ende meines Tasks schon fast riechen und würde das heute noch gerne fertig machen. Auch Nelly will für ihren Auftraggeber alles soweit fertig haben, dass wieder ein weiterer Schritt präsentiert werden kann. Bei der Arbeit vergeht die Zeit viel zu schnell und schon ist es deutlich nach 18Uhr. Der Flash vom Zucker ist durch, und man glaubt es kaum, ein kleiner Hunger meldet sich wieder. Nelly schliesst ihre Arbeit ab, rapportiert ihren Tag und fährt ihren Computer runter. Ich arbeite noch, will ich doch meinen Task abschliessen der bald, bald fertig ist.

Dinner fort wo – der Pizzaiolo

Heute gibt es Pizza und Nelly hat begonnen den Pizzateig zu machen. Ich bin endlich auch soweit und räume mein Büro auf. Gerade rechtzeitig um den Pizzateig zu kneten. Allan die Küchenmaschine! In der Zeit wo der Teig geht rüsten wir die Zutaten. Am Freitag haben wir noch weissen Spargel bekommen welchen es heute als Belag gibt. Verfeinert mit Hühnchenbrust, welche ich in kleine Stücke geschnitten habe und Nelly nun lecker mariniert. Natürlich hat es auch noch feinen San Daniele Rohschinken, ein paar Kirschtomaten, Tomatensauce und Mozzarella drauf. Um die Pizza schön kross zu bekommen backen wir den unbelegten Teig immer 10 Minuten vor. Ausgewalt habe ich ihn standesgemäss mit einer Glasflasche.

Bonaire-Montag-Pizzateig-ausrollen

Nach dem vorbacken kommen alle Zutaten bis auf das Hühnchen und die Sauce Hollandaise drauf, welche wir erst in den letzten 10 Minuten mitbacken. Nach 45min ist die Pizza fertig und wir können gemütlich im Cockpit essen. Dazu gibt es ein Glas «falschen» Rotwein, sprich Traubensaft.

Bonaire-Montag-Spargelpizza

Wir sitzen noch eine Weile gemütlich in unserem Cockpit bis es Zeit wird abzuräumen und das Geschirr zu machen. Abwaschen, aufräumen, alles wie immer halt. Doch heute ist ein besonderer Tag ist doch Besuch angekündigt.

«schnacken» - der Besuch ist da

Ulrich «Ulli» von der SV Easy kommt gegen acht Uhr zum schnacken vorbei. So hatten wir das zuvor ausgemacht als wir auf dem Weg zur Bäckerei kurz bei ihm halt gemacht hatten. Wir hören seine Ankunft bevor wir ihn sehen, hat sein Dinghi Motor doch einen unverwechselbaren Klang.

Bonaire-Montag-Ulli-schnacken

Wir sitzen gemütlich im Cockpit trinken Wasser mit Sprite, und reden den ganzen Abend. Ulli hat immer viele spannende aber auch lustige Geschichten auf Lager. Oder wir überlegen uns wie unsere Reisen weitergehen könnten. Es ist ein gemütlicher Abend und wir merken erst als alle anfangen zu gähnen wie spät es eigentlich schon ist. Irgendwann nach 23Uhr macht sich Ulli auf den Rückweg zu seiner Easy und wir nehmen unser meerli aus dem Wasser und hängen es an den Geräteträger. Da wir schon sehr eingespielt sind ist das in wenigen Minuten erledigt.

Wir räumen noch die Kissen rein und machen draussen alles sicher für die Nacht. Danach wird im Schiff noch fertig weggeräumt bevor wir uns zufrieden aber müde zu Bett begeben.

Bonaire-Montag-Nelly-am-abtrocknen