Sonntag - eat sleep dive repeat…

Sonntag - eat sleep dive repeat…

Blauwasserleben, Tauchen, Bonaire, Sint Eustatius und Saba
Ein typischer Sonntag auf der meerla in Bonaire

Yeahh – ausschlafen!

Heute schrillt der Wecker nicht und wir schlafen uns aus. Gerade die Morgenstunden lassen uns schlafen, da es dann am kühlsten ist. Was heiss hier kühl – ja es hat nur 27° und ca. 75% Luftfeuchtigkeit und nicht 32° und 60% Luftfeuchtigkeit, wie tagsüber. Es gibt Nächte, da bewegen wir nicht mal den keinen Zehen und der Schweiss fliesst nur so, die Matratze und das Kopfkissen sind triefend nass...

Aber wir wollten ja in die Wärme und die meiste Zeit geniessen wir sie auch. Heute helfen wir noch etwas nach, denn der Ofen wird eingeheizt für den Zopf. Dieser wird frisch gebacken, bevor wir draussen im Cockpit unser Frühstück geniessen. So ist es ca. 9:30 Uhr bis der Zopf essbereit ist und wir das Cockpit vorbereiten. Das heisst die Badetücher werden abgehängt, damit wir die Aussicht zum Ufer haben und alles Nötige für das Frühstück wird herausgetragen.

bonaire-Zopf-Fruehstueck-2020

Dazu gehört natürlich Käse – naja, die Holländischen Käse können für uns nicht mit dem Schweizer Käse mithalten aber wir freuen uns überhaupt welchen zu haben – einer der letzten Ovo's für Allan und zum Abrunden für jeden eine halbe Passionsfrucht.
Mmmh wir geniessen unser "Z'Morge" und wissen die Welt auf Bonaire ist in Ordnung, denn der ältere Herr, der sich jeden Morgen in seinen Neoprenanzug quält und auf seine übliche Schnorchelrunde geht, treibt gerade an der meerla vorbei.

Doch jetzt genug gegessen, es heisst alles aufräumen und dazu gehört der Abwasch. Es ist noch warmes Wasser vom Vortag da und reicht für das wenige Geschirr.

Ihr wollt wissen, was bei uns läuft...

Wir freuen uns immer über Rückmeldungen, wenn wir etwas auf den Social Media oder unserer Webseite veröffentlicht haben. Und dass diese Berichte und Bilder sehr viel Zeit benötigen ist vielleicht nicht allen klar, sonst würden nicht viele von euch uns fragen, was macht ihr eigentlich den ganzen Tag, ihr habt ja so viel Zeit.

Dies ist der Anlass, dass wir hier eine Alltagsserie starten, wo wir unsere typischen Tätigkeiten an den Wochentagen beschreiben. Denn durch das Arbeiten ergibt sich ein relativ starrer Wochen- und Tagesablauf. Uns hinsetzen und ein Buch lesen oder so, das haben wir schon sehr lange nicht mehr getan. Zum einen braucht auf dem Schiff alles viel Zeit, zum anderen liegen die Prioritäten halt anders...

bonaire-webseite-social-media-2020

So setzen wir uns an diesem Sonntag an unsere Laptops und arbeiten an Berichten und der Aufbereitung von Fotos für unsere Webseite und die Social Media. Doch schnell ist schon Mittagszeit und Allan telefoniert fast eine Stunde mit seiner Mutter, was sehr schön ist. Denn diese Telefonate und Kontakte mit Familie und Freunden in die Heimat sind für uns sehr wichtig.

Ab zum Abtauchen

Heute gehen wir Tauchen und bereiten unser Tauchzeug vor. Dazu brauchen wir unsere Tarierwesten, die Lungenautomaten, die Masken mit Präparation damit sie nicht anlaufen, die Flossen, Neopren, Neoprenschuhe, Tauchcomputer und natürlich die Tauchflaschen. Alles wird zusammengesetzt und getestet. Die Videokamera und der Fotoapparat werden in ihre Unterwassergehäuse gepackt und ebenfalls getestet, ob genügend Strom da ist und alles korrekt eingestellt ist.

bonaire-tauchequipment-vorbereiten-2020

Weiter wird noch das Funkgerät eingepackt, für den Fall, dass wir unterwegs mit dem Dinghi ein Problem haben und so bei Bedarf Hilfe bekommen können.

Ach ja, das Dinghi hängt ja noch am Geräteträger, wie wir das jede Nacht aufhängen. Also wird unser meerli (Name unseres Dinghis) ins Wasser gelassen, damit wir es beladen können.

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Denn wir fahren mit dem Dinghi zum Tauchplatz. Allan ist im meerli und ich gebe ihm die vier Bleitaschen, die Flossen und das zusammengebaute Tauchequipment.
Jetzt quälen wir uns in unsere Neoprenanzüge. Irgendwie werden diese jedes Jahr enger 😉, je älter der Neopren...
Wenn wir komplett angezogen sind heisst es die meerla abschliessen, also Luken und Niedergang zu.

Das Ganze hat etwas über 30 Minuten gedauert und es ist schon 13:30 Uhr. Sonnenbrille und Sonnenhut aufsetzen und los geht's mit dem meerli Richtung Süden. Die Fahrt bis zum "Angel City", unserem heutigen Tauchplatz, dauert rund 45 Minuten. Allan fährt und ich kann ganz gemütlich vorne im Dinghi liegen und die Fahrt geniessen.

bonaire-tauchvorbereitung-2020

Wir erreichen die gelbe Boje, die es hier auf Bonaire beinahe bei jedem Tauchplatz gibt, wo wir uns festmachen können. Jetzt heisst es das Tauchzeug anziehen, gegenseitig kontrollieren, ob alles in Ordnung ist, alles gut anbinden und verstauen und mit einer gemeinsamen Rückwärtsrolle ab ins Wasser.

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Kurzer Strömungscheck, besprechen welche Richtung wir zuerst tauchen und los geht's. Luft aus dem Jackett raus und wir "fliegen" hinunter zum Riff. Wir geniessen für ca. 70 Minuten die wunderschöne Unterwasserwelt mit vielen verschiedenen Korallen, Schwämme und Fischen.

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Die Tauchgänge hier sind in der Regel nicht sehr tief und so gibt der Druck in der Tauchflasche uns an, wann wir wieder zur Oberfläche müssen. Wir klettern ins Dinghi und ziehen unsere Tauchsachen aus, verstauen alles für die ruppige Heimfahrt und los geht's. Wieder 45 Minuten zurück, meistens gegen Wind und Welle und somit eine sehr feuchte Fahrt.

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Zurück auf der meerla wird alles mit Süsswasser gründlich gespült was nahezu wieder eine halbe Stunde in Anspruch nimmt.

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Wir nehmen ein kurzes Bad ohne Neopren und Duschen anschliessend mit der Dusche auf der Badeplattform.

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Das Abendprogramm

Und so rast die Zeit dahin, denn es ist schon nach 17:00 Uhr und wir wollten noch unsere Luken Mosquito Netze reinigen, denn diese sind einfach nur braun statt weiss!

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Rasch nehmen wir also Wasser und Lappen, Allan putzt von aussen und ich von innen. Fünf Luken sind heute zu reinigen und es macht jedes Mal eine grosse Freude, wenn diese wieder weiss sind und allfällige vereinzelte Regentropfen nicht eine braune, eklige Spur im Schiffsinnern hinterlassen...

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Wir schaffen es gerade noch so vor dem Sonnenuntergang fertig zu werden und uns einen kleinen Apéro zu gönnen.

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Doch der Magen knurrt weiter und es ist Zeit zum Kochen. Heute gibt es Cordon Bleu mit Bratkartoffeln und Brokkoli – mmmhhh so lecker! Wir kochen gemeinsam und geniessen im Cockpit unser Essen.

Tauchen macht uns immer etwas müde und so müssen wir uns ziemlich aufraffen um ins Schiff zu gehen und das Geschirr zu waschen und die Küche aufzuräumen. Doch bevor wir dies tun, wird noch das Dinghi an den Geräteträger gehängt und hochgezogen.

Allan macht den Abwasch - wie immer - doch ach, da ist kein warmes Wasser mehr. Also schalten wir kurz unsere Heizung ein, denn diese liefert innert kürzester Zeit heisses Wasser.
Während dem haben wir also kurz Zeit um unsere Tauchlogbücher nachzuführen.

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Aber jetzt gibt es keine Ausrede mehr, ab in die Küche, jetzt wird abgewaschen und aufgeräumt, schliesslich wollen wir doch noch einen Film gucken, bevor es Mitternacht ist, denn zum Lesen sind wir inzwischen zu müde.

Wir wählen einen der Filme aus, die wir dabeihaben, doch er ist nur mässig interessant. So schafft es Allan auch nicht, den ganzen Film zu sehen und schläft vorher ein...
Ich schaue ihn mir bis zum Ende an, doch jetzt ist es 23 Uhr und höchst Eisenbahn für ins warme Bett...