Divers Paradise – oder was passiert jetzt?

Divers Paradise – oder was passiert jetzt?

Blauwasserleben, Tauchen, Bonaire, Sint Eustatius und Saba
Nicht nur der Tauchplatz ist "Something Special"

Something Special

Wir haben wunderbar geschlafen, nach unserer Ankunft von gestern, und freuen uns heute aufs Tauchen im Divers Paradise – wie hier in Bonaire die Autoschilder beschriftet sind. In sechs Tagen soll es weiter nach Curaçao gehen, denn der Panamakanal oder vielmehr die Südsee-Saison ruft!

bonaire-Engelsfische-2020

So machen wir gemütlich unsere Ausrüstung bereit und tauchen von der meerla aus ab. Schliesslich wohnen wir direkt über dem Tauchspot "Something Special", da wollen wir doch mal schauen gehen, was hier speziell ist. Wir geniessen das im Wasserhängen, das "Aquarium"-Schauen der Korallen, der vielen bunten Fischen, eine Netzmuräne, Schlangenaale, viele Hornhechte und einen Skorpion Fisch. Ach, war das wieder mal schön zu tauchen.

bonaire-riffbarsch-2020

Was passiert auf dieser Welt?

Wieder auf dem Schiff zurück machen wir "Sonntag" und hängen auch an unseren Handys rum, wir hatten ja bei der Überfahrt vier Tage Nachrichtenpause – was übrigens immer sehr schön ist. Doch jetzt sehen wir, dass sich weltweit die Ereignisse wegen dem Corona Virus überschlagen. Grenzen werden geschlossen und viele weitere Massnahmen getroffen, die die rasante Verbreitung des Virus verhindern soll, leider aber auch die Freiheit der Menschen einschränkt.
Puuh, ein komischer Moment, betrifft uns das auch? Beide lesen wir gespannt weiter – was kommt da auf uns zu? Was bedeutet dies für unsere Weiterreise? Überhaupt für unser Leben auf dem Schiff? Wie lange dauert das, müssen wir unseren Traum begraben? Fragen über Fragen, die wir nicht und auch niemand für uns beantworten kann.

Avalon – das befreundete Segelschiff – ist unterwegs nach Curaçao, da wollten wir sie in einer Woche treffen um weiter durch den Panamakanal zu gehen. Wir liefern ihnen per Satelliten-Mail mal erste Informationen, was gerade auf der Welt bezüglich Einreisen und Corona läuft. Da kommen verständlicherweise Antworten zurück, mit grossen Fragezeichen und was da los sei, keiner kann glauben, was da gerade passiert.

Dürfen wir noch einreisen?

Am Montagmorgen machen wir uns gleich auf zum Custom um einzuklarieren, in der Hoffnung, dass sie uns noch einreisen lassen. Hier sind alle freundlich und entspannt und wir erhalten den Stempel in den Pass – uff, nochmals Glück gehabt. Denn die Information lautet, dass auch Bonaire dicht macht und keiner mehr Einreisen darf.
Also auf in die Marina um uns da anzumelden und für den Bojen Platz zu bezahlen. Auch hier bekommen wir die Information, dass Bonaire blad niemanden mehr einreisen lässt. Wir melden, dass ein befreundetes Schiff noch nach hierher unterwegs ist und da lautet die Antwort, ja die müssen dann dahin zurück segeln, wo sie hergekommen sind. WAS!?! Das können wir uns nicht vorstellen. Im Falle der Avalon wäre das gegen den Passat zu segeln, da wollen wir lieber nicht darüber nachdenken…
Wir geben Avalon die neusten Informationen durch und dass sie unbedingt nach Bonaire kommen sollen, denn Curaçao weist offenbar die Segler wirklich ab und hier gibt es noch Hoffnung, dass das nicht so ist. Leider haben sie nicht sehr viel Wind und wir erwarten sie erst am Mittwoch. Es beginnt ein banges Warten, wie das herauskommt. Dabei gehen wir erst mal ein Eis essen, solange wir das noch dürfen, so lecker!

bonaire-schokoeis-2020

Natürlich machen wir uns Gedanken, was das für uns nun bedeutet – Grenzen schlissen weltweit im Stundentakt, Touristen sind an vielen Orten nicht mehr gerne gesehene Gäste. Dazu kommt, dass es schwierig ist korrekte Informationen von Gerüchten zu unterscheiden. Und natürlich auch die Problematik, dass es für die Behörden in den einzelnen Ländern auch ein Novum ist und so teilweise keine einheitlichen Regelungen gelten. Dann kommt bald die Information, dass auch Panama geschlossen ist. Jetzt ist unser Tor zu der Pazifischen Inselwelt, welche zum Highlight unserer Weltumsegelung gehört, geschlossen. Paff, zu!
Naja, wir sind es ja inzwischen gewohnt zu warten, haben wir dies ja schon in Cherbourg, Las Palmas und auf Martinique ausgiebig geübt. Offenbar werden wir das nicht los!

Schiff Ahoi – Avalon ist in Sicht

Avalon ist auf den letzten Meilen und wir backen einen Willkommens-Schokokuchen, denn sie haben sich auf unser Drängen hin entschieden nach Bonaire zu kommen, ganz zu unserer Freude! Wir freuen uns schon riesig sie wieder zu sehen.

bonaire-schokokuchen-2020

Ich hole Mehl aus dem Vorrat und siehe da, es krabbelt wieder mal… Das kommt mir doch bekannt vor. Dieses Mal ist es aber eine andere Mehl Sorte, die von Deutschland. Darin hätte ich so schnell wohl keine Käfer erwartet. Egal. Nützt nichts, jetzt wird das gesamte Mehl gesiebt um die schlechte Packung zu finden.

bonaire-mehl-sieben-2020

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Hinter uns hupt es. Wir schauen raus, da ist Avalon – juhuiii! Allan fährt mit dem Dinghy voraus und zeigt ihnen eine freie Boje, denn es hat kaum noch welche offiziellen. Keiner kümmert sich darum, dass da ein Schiff eingelaufen ist. So gehen sie an Land zu Custom doch da können sie nicht einreisen und erfahren, dass sie für zwei Wochen auf dem Schiff in Quarantäne bleiben müssen. Nicht so schlimm, Hauptsache sie werden nicht zurückgeschickt!
Später bringen wir ihnen den Kuchen vorbei aber nur auf Abstand. Wir dürfen nicht auf ihr Schiff, können aber vom Dinghy aus mit ihnen sprechen. Immerhin das. Und es ist schön die Erlebnisse der letzten Wochen auszutauschen.

Ausgebremst

Die diffusen Informationen überschlagen sich weiterhin aber eines ist inzwischen klar geworden:

Unsere Weiterreise ist bis auf weiteres gestoppt!

Dies ist natürlich in Anbetracht der Saison, die jeweils durch die Winde vorgegeben werden ein Problem. Denn entweder müssen wir möglichst schnell durch den Panamakanal, damit wir die Südsee-Saison geniessen können oder wir müssen sehr lange warten.
Natürlich gibt es auch noch viele andere Möglichkeiten, wie nach Europa zurück zu segeln, Richtung Südamerika zu gehen etc., wenn dies wieder von der Reisefreiheit gegeben ist.
Aber was ist das schon, wir machen uns hier Gedanken, dass wir nicht wissen, wie es mit unserem Traum wegen Corona weiter gehen soll und andernorts erkranken oder sterben sogar Menschen deswegen.

bonaire-riffbarsche-2020

Also uns geht es gut, wir dürfen hier an einen wunderschönen Platz sein und Baden, Schnorcheln, Tauchen, Eis-Essen…