Von Cascais nach Lanzarote

Von Cascais nach Lanzarote

Blauwasserleben, Segeln, Atlantik
Zum ersten Mal weg von der Küste, in den offenen Atlantik.

Rolliger Ankerplatz

Der Ankerplatz vor Cascais ist ordentlich rollig und so werden wir nach dieser viel zu langen Zeit im Hafen beinahe Seekrank. Aber es ist gut, dass wir uns wieder an die Schiffsbewegungen gewöhnen, denn für das Ende der Überfahrt zu den Kanaren sind sehr hohe Wellen vorausgesagt.

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Der Donnerstag wäre ein guter Starttag, doch wir sind nicht startklar (ich muss noch arbeiten) und irgendwie warten wir noch auf die Blueway. Das ist ein befreundetes Schiff, welches von Norden nach Cascais unterwegs ist und bald ankommen sollte. Wir würden die Blueway-Crew extrem gerne vor der Abfahrt noch treffen. Aber die Wetterprognosen zeigen eindeutig, am Freitagmittag müssen wir starten, denn sonst erwartet uns am Schluss zu heftiges Wetter bei den Kanaren. Also machen wir uns für die Überfahrt Ready. Puuh, wir sind ziemlich angespannt - wie wird der Wind wirklich sein, wie hoch die Wellen?

Bald zeichnet sich ab, dass die Blueway am Freitagvormittag in Cascais eintrifft und wir können vor unserem Start am Mittag noch kurz Hallo sagen und uns austauschen. Natürlich ist auch das Wetter für die Überfahrt ein Thema...

Tschüss europäisches Festland

Bei uns heisst es Anker auf und tschüss Festland Europa! Beim vorbei fahren an Blueway sehen wir, dass sie sich doch auch bereits wieder fertig machen zur Weiterfahrt. Das freut uns natürlich und so fahren wir parallel los, zu Beginn leider noch unter Motor, da zu wenig Wind. Nach ca. 10sm können wir die Segel setzen und fahren am Wind in Richtung Süden. Der Wind kommt deutlich mehr von Südwest als in der Prognose und so können wir nicht unseren gewünschten Kurs anliegen. Aber wir kommen gut voran und haben Blueway stets in Sichtweite, auch wenn sie etwas mehr Höhe fahren können. Der Wind dreht allmählich mehr auf Nordwest und so können wir im Mittelteil unserer Überfahrt entspannt Halbwind fahren, teilweise auch mit dem Leichtwindsegel. Blueway verlieren wir nach über 24h aus den Augen und sind gespannt, wann sie ankommen und welche Route sie gewählt haben. Per Funk haben wir noch kurze Zeit Kontakt miteinander.

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Kaum noch andere Schiffe

Um uns herum haben wir kaum noch Schiffe, vielleicht sehen wir zwei bis drei Schiffe pro Tag, was die Wache auch einfacher macht, da nicht permanent Ausschau gehalten werden muss.

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Uns geht es gut, nach dem etwas anstrengenden Anfang mit Hoch Am Wind Segeln, geniessen wir den Mittelteil so richtig. Das Wetter ist schön, die Nächte sind endlich deutlich wärmer, was enorm viel auf das Wohlbefinden ausmacht. Kurze Zeit haben wir noch Delfin-Besuch, was immer wunderschön ist. Nachts funkelt es überall um uns, sei dies am Himmel mit einem wunderschönen Sternenhimmel oder im Wasser mit dem Leuchten des vielen Planktons. Wir ziehen eine richtig leuchtende Spur durchs Wasser.

Mit dem Segeln und dem Schiff funktioniert soweit alles gut, wir haben keine Probleme. Auch gewöhnen wir uns langsam eine eigene Routine an und sehen der kommenden Atlantik-Überquerung schon etwas entspannter entgegen.

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Der Wind kommt wie geplant immer mehr von achterlich und legt ordentlich an Stärke zu. Die letzten 30 Stunden vor Ankunft haben wir Wind zwischen 20 und 36 Knoten (37 – 67km/h) und ordentliche Wellen. Das sieht schon sehr beeindruckend aus, wenn von Hinten so eine mind. 4m hohe Welle angerollt kommt und sich leicht bricht. Doch die Welle geht einfach unter dem Schiff durch und lässt uns bis auf 10 Knoten Fahrt beschleunigen. Dafür geht es auf 5 Knoten zurück, wenn wir die Welle wieder rauf müssen. Entsprechend ist die Befindlichkeit bei Allan's Magen nicht top und ich kann beim Achterbahnfahren einfach nicht schlafen... Das Schlafen können ist immer noch mein Hauptproblem, in diesen knapp 120 Stunden Unterwegs habe ich es insgesamt auf etwa vier Stunden Schlaf gebracht – immerhin!

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Ankunft in Lanzarote

Nach fünf Tagen und Nächten auf See steuern wir den Süden von Lanzarote an. Wir gehen als erstes im Osten der Marina Rubicon vor Anker um uns auszuruhen. Nach einem kurzen Mittagsschlaf erhalten wir von der Marina die Zusage, dass wir einen Platz für vier Nächte erhalten. So nehmen wir den Anker wieder hoch und verlegen uns in die Marina Rubicon. Hier bekommen wir einen Platz mitten in den Superyachten. Um uns herum stehen 65 - 100 Fuss Luxusyachten. So, und jetzt schlafen wir erst mal eine Runde, bevor am nächsten Tag die meerla gründlich von Salz befreit wird...

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