Traurige Momente - von Bora Bora nach Niue

Traurige Momente - von Bora Bora nach Niue

2023, Blauwasserleben, Passagen, Segeln, Segel/Rigg, Pazifik
Auf unserer Fahrt von Französisch-Polynesien nach Niue bleibt nicht alles ganz und wir brechen unsere Rekorde.

Wehmütiger Abschied

Wir nehmen etwas traurig Abschied von Französisch-Polynesien. Uns hat es so sehr gefallen. Die Menschen sind unglaublich herzerwärmend, freundlich und entspannt, wir wünschten uns, die ganze Welt wäre so!
Wir nehmen viel von dieser Freundlichkeit in uns mit und hoffen, dass dies anhält...

Das Wetterfenster für unsere etwa 8-tägige Überfahrt nach Niue, ca. 1100sm, ist gemischt angesagt. Von leichterem bis starkem Wind.

Wir verlassen Bora Bora kurz vor Mittag und Motoren aus der Lagune heraus. Es hat wunderbarste Bedingungen um unser Leichtwindsegel, die «Tomate», zu setzen.

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Wir kommen schnell in unseren Überfahrtsrhytmus und können es sogar geniessen. Das Wetter ist perfekt mit einem herrlichen Sonnenuntergang. So lassen wir unser Leichtwindsegel für die Nacht stehen und diese zieht zum Glück ereignislos und mit etwas Schlaf an uns vorbei.

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Leider müssen wir wegen dem Zeitdruck der Zyklonsaison Maupiti und Maupihaa, sowie die Cook Inseln, auslassen – schade. Maupiti liegt abends querab und Maupihaa liegt nachts exakt auf unserem Kurs und wir umfahren das Atoll im Süden.

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Der zweite Tag verläuft wunderbar und wir sind froh, dass unsere «Tomate» mit ihrem Flick gut hält (Riss auf Pazifiküberquerung mit anschliessender Reparatur in Hiva Oa) und uns in schönem Tempo westwärts bringt. Wir liegen herum und lesen...

Ratsch – nein!

Der Wind pendelt weiterhin im Bereich von 12 bis 17kn, der Himmel ist klar und so fahren wir mit unserem Leichtwindsegel in die Zweite Nacht hinein. Allan schläft heute früh ein, so dass bereits um 1:30 Uhr der Wachwechsel stattfindet. Ich mache mich Bettfertig und genau in diesem Moment gibt es ein sehr unschönes Geräusch. Allan schaut draussen nach, was los ist und da hängt sie nur noch in Fetzen. Unsere «Tomate» hat es komplett entzweigerissen! Nein!!!

Schnell Handeln ist nun angesagt, bevor noch mehr passieren kann. Ich schalte sofort den Motor an, Allan ist bereits an der Rollanlage und versucht das Überbleibsel unseres Leichtwindsegels aufzurollen. Nicht ganz einfach, das Segel aufzurollen, wenn es nicht mehr die vorhergesehene Form hat. Doch nach etwa 10 Minuten haben wir es geschafft und wir nehmen das Segel mit der Rollanlage herunter und räumen es weg. Zu gebrauchen ist das nicht mehr, reparieren an Bord unmöglich, wenn es denn überhaupt noch repariert werden kann. Es sieht auf den ersten Blick eher danach aus, dass das nur noch Müll ist und wir ein Neues brauchen werden.

Wir sind sehr traurig, dass unser geliebtes Segel einfach zerrissen ist. Und das nach nur 330 Stunden in 4 Jahren damit segeln.
Werft also nochmals einen Blick auf diese schönen Bilder, es sind die letzten...

Neuer Rekord

Wir segeln vorerst mit der Genua weiter durch die Nacht, doch damit sind wir sehr langsam, denn der Wind ist auf 10 bis 12kn zurückgegangen. Also setzen wir am nächsten Tag das Grosssegel und als gegen Abend sich das Wetter verschlechtert, reffen wir dies ins 2. Reff für die Nacht. Der Wind wird stärker und es gibt einzelne Regenschauer.

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Am vierten Tag nimmt der Wind stetig zu und wir wechseln von der Genua auf die Fock. Die Wellen werden immer höher und somit werden auch die Schiffsbewegungen immer ungemütlicher. Dafür kommen wir zügig voran. Für die kommende Nacht ist ordentlich Wind angesagt, so entscheiden wir uns für das 3. Reff im Gross, bevor es dunkel wird und wie sich später herausstellt zurecht. Denn die Windanzeige geht bis 30kn.

Der nächste Tag bleibt stark windig, denn dieser hat sich bei 30kn eingependelt. Ab und zu regnet es und es ist ein ziemlicher Rodeo. In der Spitze erreichen wir 36kn Wind, was definitiv nicht meinem Geschmack entspricht und unter Segel für uns eine neue Höchstmarke darstellt.
Normalerweise kochen wir uns unterwegs immer leckere Mahlzeiten, doch heute fällt das Essen einfach aus mit fertig Kartoffelstock und Erbsen.

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Viel Neues

Etwas Erleichterung kommt auf, als in der zweiten Hälfte der folgenden Nacht der Wind endlich ein klitzekleines bisschen nachlässt und am Folgetag uns die Sonne wieder entgegen lacht.
Im Laufe des Tages bekommen wir Land in Sicht und segeln nördlich an Palmerston vorbei.

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Bei einer Kontrolle an Deck stellt Allan fest, dass die Genua Furlingleine defekt ist. Der äussere Mantel ist komplett durchgescheuert, so dass diese Leine nicht mehr funktionsfähig ist, wenn sich der durchtrennte Mantel bei den Ösen aufstaut. Zum Glück haben wir dafür Ersatz dabei und schnell ist die Defekte durch die Neue ersetzt.

Das Wetter hält sich gut und wir sind voll im Zeitplan drin. Der Wind ist zwar noch etwas zu stark für unseren Geschmack aber es sind aktuell keine Squalls mehr in Sicht, was alles etwas entspannter macht.

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Wir schätzen unsere grosse Liegefläche im Salon und gönnen uns am Nachmittag etwas «Kino» mit schauen der Serie «The Blacklist» und Popcorn essen – für uns eine Premiere. Eine gute Abwechslung zum Lesen, Spielen, den Gedanken nachhängen oder versuchen Schlaf zu finden. Natürlich bleibt dabei unser Ausschauhalten alle 15 Minuten nicht auf der Strecke.

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Es verläuft weiterhin alles ereignislos – zum Glück! - und wir treffen keine anderen Schiffe an. Das Wetter ist wunderbar, aber die Wellen sind immer noch ordentlich hoch. Sie kommen mittlerweile einigermassen von hinten, was zwar trotzdem weiterhin Rodeo bedeutet, aber doch deutlich angenehmer ist als noch zuvor.

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Nun freuen wir uns auf unsere Ankunft morgen und es geht auf in die letzte Nacht. Am 20. Oktober um 3:37 Uhr kommt Niue das erste Mal in Sicht. Wir fahren um das Südende der Insel herum, auf die Westseite, wo in einer leichten Einbuchtung die Moorings sind. Wir finden rasch unsere vorreservierte Mooring Nummer 11 und machen daran fest. Juhuu, wir sind da!

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Und der erste Blick ins Wasser ist unglaublich, so ein blau haben wir noch nie gesehen. Wir sind gespannt was wir auf Niue alles erleben dürfen...

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