Start in der Karibik - Martinique

Start in der Karibik - Martinique

2020, Blauwasserleben, Martinique
Martinique, Karibik oder Europa?

Wir leben uns in der Karibik ein

Nach unserer erfolgreichen Atlantiküberquerung sind wir eine Nacht beim Anse Meunier, im Südosten von Martinique vor Anker, bevor wir in die Marina wechseln, wo unsere Probleme am Schiff behoben werden sollen. Leider erhalten wir nur für drei Tage einen Platz, mal schauen, was danach ist.

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Sofort gehen wir alle Firmen an, welche die Arbeiten ausführen sollen, nur um festzustellen, dass jetzt wohl nichts klappen wird, obwohl ja, je nach Arbeiten, seit Wochen klar ist, dass wir nach Martinique kommen! Wir sind gar nicht erfreut darüber. Hatten wir uns doch erhofft, dass mit der langen Vorlaufzeit wenigstens einmal etwas klappt. Auf das muss doch gleich ein Karibischer Drink her, diese sind sehr lecker und zum Glück stehen wir in der Marina, da ist der Heimweg nicht so schwierig wie mit dem Dinghy 😉
Da offenbar ja keine Arbeiten erledigt werden und wir erst einen neuen Termin anfangs Februar erhalten, beschliessen wir uns eine schöne Zeit in einer netten Bucht zu machen.

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Wo die Schildkröten uns guten Morgen sagen

So segeln wir um die Südwest Spitze von Martinique herum bis zur Grande Anse d'Arlet. Da begrüssen uns die Schildkröten und zum ersten Mal wirklich klares Wasser – wie schön.

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Als schönstes Geburtstagsgeschenk für mich gibt es unseren ersten Tauchgang überhaupt auf dieser Reise und den ersten seit 5 Jahren. Wir steigen direkt von der meerla ins Wasser und haben keine grossen Erwartungen, wollen einfach wieder mal das Gefühl dafür bekommen und erfahren, wie gut die Luft aus unseren selbstgefüllten Flaschen ist. Wir sind am Ende sehr überrascht, was wir alles gesehen haben, es war ein ganz netter Tauchgang. Einen weiteren machen wir dann noch am Südausgang der Bucht, auch der ist ganz nett aber nicht überragend. Was uns dort aber gut gefällt, sind die violetten Korallen die sehr zahlreich vorhanden sind. Ebenfalls können wir zwei Schildkröten bewundern.

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Diese Woche in der schönen Bucht vergeht viel zu schnell und wir haben es richtig gemütlich.

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Wir freuen uns auf Avalon

Da der neue Termin für den Motor näher rückt, segeln wir gegen den Wind nach Le Marin zurück. Dabei begleiten uns Vögel, die unsere Windverwirbelungen zum Gleitflug nutzen und sich zum Fischen ins Meer stürzen. Über lange Zeit dürfen wir diesem Schauspiel zusehen.

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Wir legen uns neben der Segelyacht Avalon vor Anker. Mit der Crew der Avalon haben wir in Las Palmas Weihnachten gefeiert und wir hatten bei der Atlantiküberquerung steten Mailkontakt miteinander, was sehr schön war. So freuen wir uns natürlich riesig, dass sie nun auch in Martinique eingetroffen sind!

Back to work

Zurück in der Marina passieren erste Arbeiten wie der Austausch des Lümmelbeschlages (Verbindung zwischen Mast und Baum) durch die Firma Caraibe Gréement und Tests am Motor durch Mechanique Plaisance. Doch leider bringen diese Tests nicht das gewünschte Resultat und wir warten erneut eine Woche für den nächsten Termin!

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Nebenher suchen wir all die Chandler (Bootszubehör Händler) auf – hier gibt es viele davon und man kann einiges kaufen – um weiteres an der meerla einzurichten, zu verbessern oder als Ersatz mitzunehmen.
Beispiele sind Wasserfilter, Wassertank öffnen und reinigen, System für Dinghy…

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Wieder mal müssen wir aus der Marina raus und wir legen uns vor Anker. Da kann Allan gleich seinen neuen Stuhl zum chillen ausprobieren.

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Zum Einkaufen in Le Marin kann an mehreren Orten mit dem Dinghy gut angelandet werden. Es gibt Stege direkt vor den Einkaufszentren, am Ende eines Mangroven Kanals, oder drei Stück direkt in der Marina selbst. So muss der Einkauf nicht so weit geschleppt werden, obwohl Früchte und Gemüse lassen etwas zu wünschen übrig, auch die in der kleinen Markthalle am Hafen.

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In der Zwischenzeit haben wir auf unserem Kartenplotter ein ganzes Netz gewoben mit all unserem Ein- und Ausfahrten der Marina, denn es geht jetzt wieder mal an einen Platz am Steg.
Etwas Gutes hat es ja schon, in der Marina zu sein – der Bäcker mit den feinen Croissants ist nicht weit 😉

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Allan darf wieder mal ans Steuer…

Über das Wochenende mieten wir ein Auto um am Samstag auf grössere Shopping-Tour in die Vororte von Fort-de-France zu gehen und um am Sonntag zusammen mit der Avalon-Crew die Insel zu besichtigen. Allan fährt uns in den Tropenwald, wo wir die Cascade Didier besuchen wollen. Leider führt uns Google Maps an den falschen Ort, so dass wir am Schluss nur einen feuchten Spaziergang im Wald unternehmen.

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Danach geht es weiter nach Norden und unterwegs schauen wir den Saut Gendarme, einen kleinen Wasserfall, an.

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Nach dem Museum in St Pierre, Mémorial de la catastrophe de 1902, welches sehr klein, und nur mässig spannend ist, möchten wir uns mit einem kleinen Mittagessen im Ort verköstigen. Doch leider ist dieser Ort so verschlafen, dass wir nirgends etwas richtiges zu essen bekommen. Durch ein Radrennen gebremst fahren wir zu der Rum Destillerie Habitation Clément, welche wieder sehr spannend ist und eine sehr schöne Anlage hat. Wir lassen den wunderbaren Tag in der Marina mit einem gemeinsamen Nachtessen im Restaurant Mango Bay ausklingen.

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Wird es doch noch was mit unseren diversen Problembehebungen?

Wieder in der Marina werden einige der Garantiearbeiten durch die Firma Neo Marine erledigt, welche sehr gut arbeiten. Doch leider haben die auch nicht alle Ersatzteile von der Werft erhalten und so können wir noch nicht alle Punkte abschliessen. Am Motor wird uns weisgemacht, dass die Ölwanne nun dicht ist aber das weitere Öl daherkommt, weil die vorangegangenen Services nicht korrekt gemacht wurden und dass jetzt ein umfassenderer Service vorgenommen werden muss, welchen wir natürlich selber bezahlen müssen. Na dann, los, wir wollen nicht länger warten!

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Endlich sind am Freitag die Arbeiten, soweit sie erledigt werden können, abgeschlossen und wir werden regelrecht aus der Marina rausgeworfen, es reicht nicht mal um das Schiff wirklich zu reinigen nach der staubigen Gelcoat Arbeit! Irgendwie kommt das Gefühl auf, mit uns kann man alles machen, wir reklamieren halt nie wirklich, sind wohl viel zu freundlich und geduldig. Wir denken, dass man damit weiter kommt im Leben. Hoffentlich werden wir auf unserer Reise nicht eines Besseren belehrt!

Au revoir Martinique

Wir gehen erneut vor Anker, da haben wir wenigsten unsere Ruhe. Immer wieder treffen wir uns mit der Avalon Crew und verbringen gemeinsam viele nette Stunden.
Wieder einmal müssen wir sagen ENDLICH ist es so weit, wir können oder wollen Martinique verlassen. Denn wir sind durch all die Warterei immer weiter unserem ursprünglichen Plan hinterher. Und es gibt definitiv schönere Ankerplätze in der Karibik als neben all den anderen 1000 Schiffen zu ankern, von denen sehr viel heruntergekommen oder gar gesunken sind und nur noch der Mast herausschaut.


Wir hatten viele wunderbare Tage hier, vor allem in der Bucht mit den Schildkröten und die Ausflüge an Land. Le Marin selbst ist nichts Besonderes. Und natürlich haben uns die unendlich vielen Stunden, die wir mit organisieren, hin und her Mailen, Telefonieren etc. verbraucht haben, um unsere Probleme bezüglich Motors, Navigationsinstrumenten und Garantiearbeiten zu erledigen, gar keine Freude bereitet. Es war sehr mühsam! Und was haben wir davon ausser Ärger? Der Motor ist nicht wirklich repariert, an den Instrumenten wurde nichts gemacht, nur der Lümmelbeschlag und der grösste Teil der Garantiearbeiten am Schiff sind erledigt.
Willkommen in der Karibik – wenigstens etwas ist erledigt…

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