Zauberhaftes Niue

Zauberhaftes Niue

2023, Blauwasserleben, Liegeplätze, Menschen, Landausflüge, Niue
Wir sind in der tiefsten Südsee angekommen. Niue fasziniert uns sehr, nicht nur die Wasserfarbe, die Mensc ...

Fakaalofa atu (Hallo)

Wir sind in Niue angekommen. Doch wo ist das? Habt ihr schon mal davon gehört? Niue ist das grösste emporgehobene Korallenatoll der Welt und liegt mitten im Pazifik. Das Anlegen hier war früher und ist auch heute noch mit einer Reihe Probleme verbunden. Es ist nur auf der geschützten Leeseite möglich, wo ein kleiner Zugang zu einem Kai besteht. Niue hat sehr raue Küsten und je nach Wellengang ist auch dieser Zugang nicht immer möglich und die kleineren Boote werden mittels eines Krans immer aus- und eingewassert. Das ist das, was wir im Voraus wissen.

Wir bereiten also unser Dinghi so vor, dass es nur mit einer Leine ausbalanciert angehoben werden kann und fahren Richtung Kai, da das Einklarieren ansteht. Wir haben vorgängig per Funk unser Kommen gemeldet und die Bestätigung erhalten, dass wir um 14 Uhr einklarieren können. Jetzt wird es spannend! Wir erreichen den Kran und fahren mit dem Dinghi zur Treppe, damit ich aussteigen kann. Allan bleibt im Dinghi und macht den Kranhaken, den ich etwas herunterlasse, an unserer Leine fest. Nun steigt Allan auch aus und schon schwebt unser meerli durch die Luft. Wir lassen es auf den Pier herunter und parken es im vorgesehenen Bereich. Alles klappt wunderbar, ist es ja heute auch nicht schwer, da nur wenig Wellengang herrscht. Froh, dies zum ersten Mal gut gemeistert zu haben, geht es in den Ort Alofi.

niue-dinghi-parkieren

niue-alofi-wharf

Wir sind sehr gespannt, was uns hier erwartet und gelangen auf die Hauptstrasse, doch diese ist beinahe menschenleer. Alles scheint geschlossen zu sein. Was ist los? Ist diese Insel so ausgestorben? Aber es hat doch über 1600 Einwohner!

niue-leere-strassen

Wir gehen am Gebäude vorbei, wo das Einklarieren stattfinden soll und finden nur verschlossene Türen vor. Genau als wir den Platz verlassen, kommt ein Auto angefahren. Wir fragen ihn nach dem Einklarieren und er winkt ab, er sei nicht der Richtige dafür, könne aber seinem Kollegen anrufen, dass der vorbeikommt. Aha, so läuft das... Er meint, wir sollen in einer halben Stunde wieder kommen. So drehen wir eine kleine Runde durch den ausgestorbenen Ort und wundern uns etwas. Auch das Touristenbüro hat geschlossen. Ah, es ist Freitagnachmittag, vielleicht ist die Arbeitswoche schon zu Ende?

Wir kehren zum Regierungsgebäude zurück und finden tatsächlich die Person vor, die uns einklarieren kann. Alles funktioniert wunderbar. Er ist sehr freundlich und sagt uns noch, dass eigentlich Feiertag ist. Aha! Daher ist alles geschlossen. Und morgen sei ein Fest bei der Schule, da seien wir auch willkommen, wir sollen doch dahin gehen, meint er.
Wir fragen ihn noch nach einem Bankomaten, doch er winkt ab. Bankomaten gibt es in ihrem Land nicht. Wir müssen auf die Bank um Geld zu erhalten, doch diese ist heute wegen dem Feiertag geschlossen. Am Wochenende selbstverständlich auch geschlossen und am Montag gleich auch, denn da ist der Peniamina Gospel Day, auch ein Feiertag. Na wir Glücklichen, so können wir sparen, wenn wir vier Tage an kein Geld heran kommen...

Wir schlendern auf dem Rückweg noch bei der Kirche über den Friedhof zu einem Aussichtspunkt und treffen wiedermal auf einen weiteren Vermessungspunkt dieser Welt – was mich immer etwas an Arbeit erinnert 😉 - und ein paar junge Küken laufen uns über den Weg.

niue-pause-allan

niue-nelly-messpunkt

niue-pause-huehner-gesellschaft

Auf dem Weg zurück zum Kai kommen wir am Niue Yacht Club vorbei. Soso, Yacht Club? Schiffe sehen wir aber keine! Menschen auch nicht und das Gebäude besteht aus einer Toilette und einer Dusche. That's it!?
Es ist der «grösste kleine Yachtclub der Welt – wo niemand eine Yacht besitzt oder segeln kann!». So heisst es und so wird es wohl sein.

Immer mehr Weltumsegler haben Niue als Zwischenstopp genutzt und dabei das hier vorgelagerte empfindliche Korallenriff mit dem Ankern zerstört. Das Ziel, dieses Ökosystem zu schützen, indem Anlegestellen für die Yachten gebaut werden, konnte von der Regierung mangels Ressourcen und Fähigkeiten damals nicht umgesetzt werden. So bildete sich ein Verein aus einer Gruppe Freiwilliger, die über Jahrzehnte unermüdlich daran arbeiteten, Betonblöcke zu giessen um sichere Anlegestellen zu schaffen. So ist der Niue Yacht Club entstanden. Doch häufige Wirbelstürme haben dieses Unternehmen zunichte gemacht und 2004 komplett zerstört. 2010 konnte mit finanzieller Hilfe von New Zealand Aid das ca. 20 Bojen umfassende Mooringfeld fertig gestellt werden das wir heute nutzen dürfen. Wir sind dankbar für all diese Arbeiten und diejenigen, die den Unterhalt weiterhin vornehmen.

Meerli hat geduldig auf dem Pier auf uns gewartet und wird nun wieder an den Kran gehängt und zurück ins Wasser gelassen. Alles funktioniert gut und wir lassen den Kranhaken und die Leinen so zurück, wie das hier vorgegeben ist, damit der Nächste sich wieder direkt anhängen kann. Wir werden jeden Tag routinierter werden...

Fiafiaaga (Feiern)

Natürlich wollen wir an das angesagte Fest in der Schule und machen uns auf den Weg. Dinghi auswassern und dann zu Fuss los, bis wir nach etwa einer halben Stunde das Festgelände erreichen.
Am Donnerstag war der Tag der Verfassung. Dieses Fest ist eines der bedeutendsten jährlichen Ereignisse und die Feierlichkeiten dauern während einer Woche an. In der Mitte ist ein Platz für die Aktivitäten und ringsherum sind Stände mit Handarbeiten wie geflochtene Hüte, Taschen, Holzschnitzereien und vieles mehr. Auch von den Schülern gewerkte Dinge wie Holzflugzeuge, Kochgeschirr und anderes ist ausgestellt.

niue-fest-hutstand

Kaufen können wir uns nichts, denn Geld haben wir ja keines. So schauen wir uns auf dem Gelände um und treffen auf Kokoskrabben, die sehr eindrücklich gross sind. Leider werden diese wunderbaren Tiere an Leinen gehalten, da sie für den Verzehr zum Verkauf stehen. Es sind wunderschöne Blumengestecke ausgestellt und viel Landwirtschaftliche Erzeugnisse. Wir sind erstaunt über die vielen Sorten an Bananen. Die gibt es in allen Formen und Farben, von jeglichen Gelb- über Grüntönen bis hin zu bläulicher Farbe.

niue-fest-kokoskrabbe

niue-fest-blumen

niue-fest-bananen

Das ganze Fest findet natürlich in Niueanisch statt, so dass wir kein Wort verstehen. Es sind auch kaum Touristen hier, nur eine Handvoll, alle andere machen den Eindruck Einheimische zu sein. So geniessen wir einfach das fröhliche Treiben hier und schauen den Aktivitäten zu.

niue-fest-tanz-gesang

Wir lauschen dem Gesang einer Gruppe von älteren Damen. Es ist herrlich zu sehen, wie auch die älteste, die nicht mehr aufrecht sitzen kann, noch nicht zu alt ist, um zu singen und mit zu klatschen.

Die jüngsten Schüler hingegen dürfen Bananen werfen um diese möglichst in einen Korb zu treffen. Andere machen Weitwurf mit Kokosnüssen oder Weitwurf der Sika (eine Art Pfeil mit grossem rundlichem Kopf). Ältere Ladies präsentieren ihr aufwändig beladenes Fahrrad und Kinder versuchen ein junges Schwein einzufangen.

niue-bananen-werfen

niue-fest-fahrrad

Wir erfreuen uns an den musikalischen und tänzerischen Darbietungen und wundern uns, wo überall den Tänzern und Sängern Geld hingesteckt wird.

Zum Abschluss des Festes, gegen die Mittagszeit - wohlgemerkt das Fest hat sehr früh begonnen, uns wurde nahegelegt, um etwa 8 Uhr da zu sein, dann sei der Höhepunkt, was wir natürlich nicht geschafft haben – gibt es den Gruppenwettbewerb mit vier Gruppen. Es beginnt mit der ersten Frau der Gruppe, die ein Geflecht aus Palmblättern erstellt, danach kommt ein Mann, der eine Kokosnuss schält, der Nächste öffnet die Kokosnuss, der Nächste reibt diese aus. Jetzt ist eine Frau an der Reihe, die das Kokosnussfleisch presst und formt, die Nächste schält Bananen und schneidet diese und die letzte Lady – wobei viele heute einen wunderschönen Blumenschmuck auf dem Kopf tragen – reisst Blätter entzwei, wickelt alles darin ein und schnürt es zu einem Packet zusammen. Nun wäre es fertig für den Erdofen. Gewonnen hat die Gruppe, die als erstes fertig ist, wobei zu sagen ist, dass das Endergebnis etwas schnell entstanden ist, da natürlich auch nur mit traditionellen Hilfsmitteln gearbeitet wurde, die das Ganze nicht einfach machen.

niue-fest-wettbewerb-flechten

niue-fest-wettbewerb-kokos-pressen

Uns hat das Fest wunderbar gefallen, wir nehmen viele schöne Eindrücke mit und machen uns auf den Weg zurück. Da dieser der Strasse entlangführt, hält ein Einheimischer an und nimmt uns mit dem Auto mit in den Ort. Unterwegs haben wir Zeit mit ihm zu sprechen und erwähnen, dass wir noch kein Geld haben, weil die Bank bis jetzt zu war. Für uns war das eher lustig gemeint, doch er hat das irgendwie so verstanden, dass wir kein Essen haben und schenkt uns seine Niueanische Spezialität, die er sich gekauft hat. Wir wollten das nicht annehmen, aber er bestand darauf. Die Leute hier sind einfach so nett, es ist unglaublich.

Am Dienstag machen wir uns zu Fuss auf, um auf die Bank zu gehen und mit Geld in der Tasche geht es weiter zum Neuseeland Hochkommissariat, da es mit dem Visum für Neuseeland von Allan ein Problem gibt. Wir hinterlassen da unser Anliegen und marschieren weiter bis zum grösseren Einkaufsladen. Dabei kommen wir an der Polizeistation vorbei und Allan sagt, komm, wir machen hier noch den Fahrausweis. Hä? Allan weiss offenbar, dass man in Niue nur mit einem lokalen Fahrausweis Auto fahren darf. So, interessant. Also gehen wir zur Polizei und flugs hat Allan einen Fahrausweis von Niue in der Hand.

niue-allan-fahrausweis

Auf dem Rückweg hält wieder einer mit seinem Auto an und nimmt uns bis in den Ort mit.
Da besuchen wir noch das Touristenoffice und kaufen uns eine Niue Yacht Club Fahne, die wir anstelle der Landesflagge hissen, denn diese konnten wir leider bisher nirgends finden.

Fulufuluola (wunderschön)

Heute, an einem wunderschönen Tag haben wir uns ein Auto gemietet und möchten diese interessante Insel genauer erkunden.

niue-ausflug-auto-allan

Wir fahren von Alofi los im Uhrzeigersinn und gelangen als erstes zu den Avaiki Cave. Dies ist ein historischer Ort von Niue, da hier das erste Kanu anlandete. Wir steigen den Pfad hinunter und finden eine wunderschöne Höhle vor und neben dieser Haupthöhle gibt es bei Ebbe eine traumhafte Schwimmhöhle. Wir sind zufällig bei Ebbe hier und können uns diese schöne Höhle mit kristallklarem Wasser ansehen. Es ist ein faszinierender Ort.

niue-ausflug-avaiki-cave-allan

niue-ausflug-avaiki-cave-nelly

niue-ausflug-avaiki-cave-hoehle

niue-ausflug-avaiki-cave-lagune

Wir fahren weiter zu den Palaha Cave und haben bereits beim Abstieg ein herrliches Farbenspiel mit dem Meer, den Felsen und der Vegetation und dann auch in den Höhlen. Es sind imposante Höhlen, die berühmt sind für die Kalksteinformationen in Grün- und Rottönen.

niue-ausflug-palaha-cave-nelly

niue-ausflug-palaha-cave-aussicht

niue-ausflug-palaha-cave-hoehle

Bei den Limu Pools angekommen, finden wir nach einem kurzen Stück Weg, eines der schönsten Bade- und Schnorchel Gebiete der Nordküste. Eine Mischung aus Salz- und Süsswasser sorgt für ein erfrischendes Bad in diesen schönen natürlichen Wasserbecken. Wir lassen das heute sein... Dafür bewundern wir das herrliche Wasser mit seinen unterschiedlichsten Farben und die spannenden Felsformationen. Durch eine kleine natürliche Brücke strömt Meerwasser in die Pools. Wir verweilen hier etwas und lassen diesen wunderbaren Ort auf uns wirken.

niue-ausflug-limu-pools-allan

niue-ausflug-limu-pools-pool1

niue-ausflug-limu-pools-bruecke

niue-ausflug-limu-pools-pool2

Bei unserem nächsten Stopp gibt es gleich drei Highlights, wobei die Wale und Delfine sich uns heute leider nicht zeigen. Es ist Ende Oktober, da sind leider nicht mehr viele Wale in dieser Gegend...

niue-ausflug-nelly-wale-delfine

Unser Pfad führt uns weiter vom Aussichtspunkt zum Matapa Chasm. Dies ist ein geschütztes Wasserbecken inmitten hoher Felswände. Der Ort hat eine historische Bedeutung, da hier ein reservierter Badeplatz für die traditionellen Könige von Niue war. Die Wasseroberfläche hat variierende Temperaturen, da Süss- auf Salzwasser trifft. Auch hier ist das Wasser wunderbar und kristallklar.

niue-ausflug-matapa-chasm-allan

niue-ausflug-matapa-chasm

Auf dem Rückweg gibt es einen Abzweiger zu den Talava Arches. Eine kleine Wanderung führt uns durch wunderbares üppiges Grün zu der natürlichen Brücke, die «Talava Arches» genannt wird. Aber bevor wir einen Blick darauf werfen können, geht es zum Schluss noch durch eine Höhle mit imposanten Stalaktiten und Stalagmiten. Für ein kurzes Stück des Weges hilft ein Seil für den Ab- und Aufstieg, da es in der Höhle sehr glitschig ist. Traditionell diente Talava als Aussichtspunkt um nach ausländischen Schiffen oder drohenden Überfällen Ausschau zu halten. Heute ist es ein einzigartiges Wahrzeichen von Niue.

niue-ausflug-talava-arches-allan

niue-ausflug-talava-arches-allan-abstieg

niue-ausflug-talava-arches-nelly-wandern

Wunderschöne Natur dürfen wir uns heute ansehen, was kommt als Nächstes auf unserer Rundreise? Ein Schild sagt uns, dass hier der Skulpturen Platz Hukulagi sei. Natürlich halten wir an um zu erfahren, welche Kunstwerke hier ausgestellt werden. Naja, sie sind nicht nach unserem Geschmack. Es ist eigentlich mehr ein Schrottplatz, aber gut, wir lassen das so stehen...

niue-ausflug-hikulagi-sculpture-park

niue-ausflug-hikulagi-allan-mit-herz

niue-ausflug-hikulagi-kunstwerke

niue-ausflug-hikulagi-monster

niue-ausflug-hikulagi-monster-detail

Ein nächstes Schild direkt an der Strasse lässt uns anhalten, um zu sehen, was wir hier entdecken können. Aber ausser der Tafel kann kaum noch etwas erkannt werden. Es ist der Punkt Umu Ti Ha Laufoli. Laufoli war ein legendärer Krieger, der eine «Umu» Grube (traditioneller Erdofen) erbaute, in die er selbst hineinspringen und sich das Leben nehmen konnte, da sein Bruder getötet wurde und die Feinde nicht die Ehre haben sollten, ihn selbst zu töten. Dieser Erdofen ist heute noch knapp erkennbar.

niue-ausflug-umu-ti-ha-laufoli

Wir wundern uns bereits den ganzen Tag, dass überall am Strassenrand Gräber sind. Warum dies so gemacht wird, entzieht sich unserer Kenntnis. Die Gräber sind sowohl alt, wie auch neu und manchmal weit weg von einem sichtbaren Haus und über die ganze Insel verteilt.

niue-ausflug-graeber

Unser nächster Stopp ist bei der Anapala Chasm, wo zuerst ein schmaler Weg hinführt und es dann 155 Stufen in diese Schlucht mit einem Süsswasserbecken hinuntergeht. Es ist ein dunkler, schmaler Schlitz in den Felsen, wir erkennen nicht so viel, sehen aber, dass das Wasser auch hier glasklar ist. Dies war früher eine Hauptquelle von Süsswasser für die umliegenden Einwohner. Wie bequem haben wir es doch heute, dass wir Wasser nicht mehr an solchen unzugänglichen Orten holen müssen.

niue-ausflug-anapala-chasm

niue-ausflug-anapala-chasm-allan-treppe

niue-ausflug-anapala-chasm-treppe

niue-ausflug-anapala-chasm-wasser

Von dieser Schlucht aus führt die Strasse noch bis zum Meer hinunter und wir sehen uns die raue Ostküste an. Dramatische Brandung rollt an, obwohl heute «normaler Ostwind» herrscht, also nichts Spezielles. Da sehen wir mal, wie geschützt wir auf der Westseite mit der meerla liegen.

niue-ausblick-mooringfeld

Wir sind bald um die ganze Insel gefahren und machen noch einen Stopp beim Avatele Beach. Einer der wenigen «Strände» von Niue, wobei das Wort Strand hier vielleicht falsche Vorstellungen weckt. Es ist ein kleiner Küstenabschnitt, der übersät ist mit groben, rundgeschliffenen Korallenstücken. Auch gibt es hier eine weitere Einwasserungsstelle mit Kran, die aber offenbar wenig genutzt wird.

niue-ausflug-avatele-beach

Unser letzter Halt gilt einer speziellen Höhle, da sind wir gespannt, was uns erwartet. Die Anaana Burila Cave liegt unmittelbar an der Strasse, doch der Zugang ist versperrt. Wir erfahren, dass die Höhle den früheren Siedlern dazu diente, die Toten hier zur Ruhe zu legen, bis nur noch die Knochen übrigblieben. Heute können wir nur noch wenige Knochen von unserem Standort aus sehen.

niue-ausflug-anaana-burila-cave

niue-ausflug-anaana-burila-cave-gebeine

Moana (Meer)

Einmal mehr bleiben wir länger als ursprünglich geplant, denn es gefällt uns sehr gut. Und auch hier wieder treffen wir auf herzensgute, überaus freundliche Menschen. Am liebsten würden wir länger bleiben, auch wenn der Liegeplatz sehr rollig sein kann. Denn wir liegen ja einfach an der Westküste der Insel, nicht wirklich ein einer Bucht oder anderweitig geschützt. Und so trifft es auch uns, als der Wind etwas dreht, dass wir eine schreckliche, schlaflose Nacht haben, in der wir von einer Seite auf die andere geworfen werden. Und an solchen Tagen kann man nicht mal Erholung an Land finden, denn das Anlanden mit dem Dinghi beim Kran ist bei viel Schwell nicht möglich.

So nutzen wir die Zeit und erledigen Bootsarbeiten, wie das Einziehen eines Kabels für eine zusätzliche 230V Steckdose in unserer Koje oder dem Nähen der Sprayhood, wo die Nähte sich auflösen.

niue-kabel-installation

Fünf weitere Yachten liegen hier an einer Mooring und wir erfahren, dass alle demnächst weiterziehen. Ja, es ist auch für uns an der Zeit, beginnt doch in wenigen Tagen die theoretische Zyklon Saison, denn die praktische hat dieses Jahr schon vorher begonnen. Zyklon Lola, ein Kategorie 5 Zyklon zog vorgestern über Vanuatu. Jetzt wo dessen Zugbahn einigermassen vorhersehbar ist, ist auch für uns klar, dass wir nicht direkt von Niue nach Neuseeland segeln können, wie wir das gehofft hatten. Und da sich kein Wetterfenster dafür abzeichnet, geht es auf nach Tonga, denn hier zu warten ist keine Option, weil wir zu wenig Schutz finden können, wenn schlechtes Wetter kommt.

Aber das Wetterfenster um in den Süden von Tonga zu segeln sieht wunderbar aus.

Also auf zum Ausklarieren. Da läuft alles reibungslos, wir bezahlen die Mooring und die Gebühren und halten noch Neuseelanddollar (was die Währung von Niue ist) in den Händen, die wir ja bald mal in Neuseeland wieder verwenden können.

niue-nelly-ausklarieren

Wir machen uns und meerla für eine 3-tägige Überfahrt bereit und haben am nächsten Tag keine Eile mit wegsegeln, damit es dann in Tonga von der Tageszeit oder vielmehr den Gezeitenströmungen passt. So kommt es uns schon komisch vor, als wir noch als einziges Schiff an der Mooring sind. Alle anderen sind schon lange weg! Wir werfen nochmals viele Blicke in dieses unglaublich blaue Wasser um uns. Das Wasser hat einen sagenhaften Blauton, wie das nicht beschreibbar ist und auf einem Foto nicht eingefangen werden kann. Wir werden es nie vergessen.

Als letzte Yacht verlassen wir in der Abenddämmerung dieses faszinierende, kleine Land in der tiefsten Südsee. Es war einfach wunderbar und hat uns ausgesprochen gut gefallen Wir können nur jedem empfehlen hierher zu kommen. Fakaaue lahi mo kia monuina Niue (Danke und Lebewohl Niue)!

Gefällt dir dieser Logbucheintrag? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende. Wir freuen uns sehr darüber!

Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite nutzerfreundlich zu gestalten, sie fortlaufend zu verbessern und die Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.